Funktionale Pilze
Heilpilze aus der traditionellen Medizin, erforscht auf ihre Wirkung auf Immunsystem und Kognition.
4.4Igel-Stachelbart (Lion's Mane)
Ein funktioneller Pilz, der im Hinblick auf den Nervenwachstumsfaktor (NGF) und kognitive Funktionen untersucht wird — die Studienlage beim Menschen ist noch vorläufig.
4.2Glänzender Lackporling (Reishi)
Ein Funktionspilz mit über 2000-jähriger Geschichte in der chinesischen und japanischen Medizin, der auf seine immunmodulierende Wirkung untersucht wird — die klinische Evidenz beim Menschen bleibt jedoch bescheiden und teils widersprüchlich.
4.0Sibirische Chaga (Inonotus obliquus)
Schwarzer, korkiger Auswuchs, der Birken parasitiert und traditionell in Sibirien und Skandinavien als Aufguss zubereitet wird — reich an antioxidativen Verbindungen, aber praktisch ohne klinische Studien am Menschen.
4.1Cordyceps militaris (Puppenkernkeule)
Ein im Labor kultivierter Funktionspilz — genau diese Art steckt fast immer hinter jedem in Polen verkauften 'Cordyceps'-Präparat. Hoher, stabiler Cordycepin-Gehalt, aber die Belege für eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit beim Menschen bleiben gemischt.
3.6Cordyceps sinensis (Chinesische Raupenkeule)
Ein wilder, himalayischer insektentötender Pilz, teurer als Gold — legendär in der traditionellen chinesischen Medizin, aber auf dem seriösen Nahrungsergänzungsmittelmarkt praktisch nicht vorhanden. Die meisten unter diesem Namen verkauften Produkte sind gar nicht diese Art.
4.5Schmetterlingstramete (Turkey Tail)
Ein Pilz, der PSK und PSP liefert — die einzigen Pilzpolysaccharide, die in Japan als begleitendes Chemotherapie-Medikament zugelassen sind. Eine der solidesten klinischen Evidenzbasen unter den Funktionspilzen, aber KEINE eigenständige Krebstherapie.
4.1Mandel-Egerling (Agaricus blazei)
Ein Pilz aus brasilianischen Wäldern, untersucht vor allem hinsichtlich Immunmodulation und Unterstützung des Zuckerstoffwechsels — die Belege beim Menschen sind uneindeutig und vorläufig, trotz großer Beliebtheit als Nahrungsergänzungsmittel.
4.3Shiitake (Lentinula edodes)
Ein kulinarisch-funktioneller Pilz reich an Lentinan und Beta-Glucanen, klinisch auf seine Wirkung auf die Immunmodulation und das Lipidprofil untersucht — einer der am besten erforschten Funktionspilze auf dem Markt.
4.1Maitake (Klapperschwamm)
Ein auch als 'Hen of the Woods' bekannter Funktionspilz, der vor allem im Hinblick auf die Immunmodulation (D-Fraktion) in der Onkologie sowie vorläufig auf den Kohlenhydratstoffwechsel untersucht wird — die Evidenz bei gesunden Menschen bleibt begrenzt.
3.8Poria (Fu Ling)
Ein Sklerotium-Pilz, der seit Jahrhunderten in Rezepturen der chinesischen Medizin als Fu Ling präsent ist — als eigenständiges Nahrungsergänzungsmittel gibt es jedoch nur sehr bescheidene, indirekte klinische Daten am Menschen.
4.3Tremella (Schneepilz)
Ein in der Kosmetik als 'vegane Alternative zu Hyaluronsäure' gehypter gallertartiger Pilz — echte klinische Studien am Menschen betreffen jedoch vor allem die orale Supplementierung und andere Endpunkte als die Hautfeuchtigkeit.
3.6Eichhase (Zhu Ling)
Ein Pilz, der seit 2500 Jahren in Rezepturen der chinesischen Medizin als Zhu Ling verwendet wird — ein starkes harntreibendes Mittel. Moderne Studien zum isolierten Polysaccharid PPS betreffen vor allem Hepatitis B und krebshemmende Mechanismen im Reagenzglas, nicht die eigenständige Supplementierung.
4.1Mesima (Phellinus linteus)
Ein Baumpilz aus Korea und Japan, kommerziell als Mesima verkauft — einer der wenigen Funktionspilze mit tatsächlichen randomisierten klinischen Studien am Menschen zur Wirkung auf die Immunfunktion, nicht nur In-vitro-Daten.
4.0Sanghuang (Sanghuangporus sanghuang)
Ein in Ostasien geschätzter 'goldener' Pilz, der auf Maulbeerbäumen wächst und auf antioxidative, entzündungshemmende und immunmodulierende Wirkung untersucht wird — Belege am Menschen sind bislang fast nicht vorhanden, und die Taxonomie der Art war jahrzehntelang irreführend.
4.3Antrodia camphorata (Niu Chang Zhi)
Ein für Taiwan endemischer Pilz, der ausschließlich auf einem gefährdeten Kampferbaum wächst und traditionell bei Lebererkrankungen eingesetzt wird — eine der wenigen RCT-Studien am Menschen zeigt eine vielversprechende, wenn auch bescheidene Verbesserung der Leberwerte.
3.7Gemeiner Spaltblättling (Split Gill, Schizophyllan)
Einer der weltweit häufigsten Pilze überhaupt, dessen Polysaccharid (SPG) in Japan ein zugelassenes Arzneimittel ist, das als Zusatz zur Strahlentherapie bei Gebärmutterhalskrebs injiziert wird. In Deutschland und der EU ist er weder ein zugelassenes Arzneimittel noch ein Nahrungsergänzungsmittel.
4.1Krause Glucke (Cauliflower Mushroom)
Ein seltener, geschätzter Waldpilz mit einem der höchsten dokumentierten Beta-Glucan-Gehalte — in Deutschland vor allem kulinarisch gesucht, während sich japanische Studien zu Wirkungen auf Immunsystem und Blutzuckerhaushalt fast ausschließlich auf Tiermodelle stützen.
4.1Birkenporling (Fomitopsis betulina)
In Polen weit verbreiteter Baumschwamm auf Birken, bekannt durch den Fund bei den Überresten von Ötzi — historisch faszinierend, aber klinisch bislang unbestätigt als Nahrungsergänzungsmittel.
3.7Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola)
In polnischen Wäldern weit verbreiteter, mehrjähriger Baumschwamm auf Nadelbäumen — Gegenstand von Laboruntersuchungen zu Triterpenen, aber ohne Nahrungsergänzungsmittelmarkt oder klinische Studien am Menschen.
3.9Flacher Lackporling (Ganoderma applanatum)
Ein weitverbreiteter, holziger Baumpilz, berühmt dafür, dass man auf ihm zeichnen kann — im Labor auf Polysaccharide und Triterpene untersucht, aber kein verbreitetes Nahrungsergänzungsmittel.
4.2Zunderschwamm (Fomes fomentarius)
Der legendäre Baumpilz und Begleiter Ötzis — jahrtausendelang der wichtigste Rohstoff zur Feuererzeugung in Europa, heute vor allem ein historisches und ethnobotanisches Thema, kein Nahrungsergänzungsmittel.
3.3Harziger Feuerschwamm (Ischnoderma resinosum)
Ein seltener Baumpilz, der totes Laubholz zersetzt — die wissenschaftlichen Daten beschränken sich auf eine einzige Laborstudie, die Art kommt weder als Supplement noch als Lebensmittel vor.
4.0Leberreischling (Fistulina hepatica)
Ein charakteristischer, 'blutender' Pilz mit dem Aussehen von rohem Fleisch — mehr als kulinarische Kuriosität geschätzt denn als Nahrungsergänzungsmittel; erste chemische Untersuchungen weisen auf einen sehr hohen Gehalt an phenolischen Verbindungen hin.
4.1Enokitake (Flammulina velutipes)
Ein beliebter Speisepilz, im englischsprachigen Raum auch als Velvet Foot bekannt, im Labor untersucht wegen des immunmodulierenden Proteins FIP-fve — auf dem Markt fast ausschließlich als Lebensmittel erhältlich.
3.9Nameko (Pholiota nameko)
Ein kleiner, schleimiger Speisepilz, beliebt in der japanischen Küche, u. a. in der Miso-Suppe — seine Polysaccharide werden vorläufig auf immunmodulierende und antiglykierende Wirkung untersucht.
4.3Austernseitling (Oyster Mushroom, Pleurotus ostreatus)
Einer der beliebtesten Speisepilze in Polen, der eine natürliche, strukturell mit Lovastatin verwandte Verbindung enthält — vor allem hinsichtlich seiner Wirkung auf das Lipidprofil und die Immunfunktion untersucht.
4.1Kräuterseitling (King Oyster, Pleurotus eryngii)
Die größte Art der Gattung Pleurotus, in der Küche für ihren fleischigen Stiel geschätzt — vorläufig untersucht, vor allem in Tiermodellen, hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Fettstoffwechsel und die Glykämie.
4.2Ulmenrasling (Hypsizygus ulmarius)
Ein dem Shimeji nahestehender Speisepilz, der in Labor- und Tierstudien hinsichtlich antioxidativer, leberschützender und den Zuckerstoffwechsel unterstützender Wirkungen untersucht wird — ohne klinische Studien am Menschen.
4.4Shimeji / Buchenrasling (Hypsizygus tessellatus)
Ein beliebter Speisepilz der asiatischen Küche (Bunashimeji/Bunapishimeji), reich an Beta-Glucanen und Indolverbindungen — In-vitro- und Tierstudien deuten auf antioxidative und immunmodulierende Wirkungen hin.
4.1Fettiger Schüppling (Pholiota adiposa)
Ein Speisepilz, bekannt aus der traditionellen Medizin Chinas und Koreas ('Chestnut Mushroom'), zu dessen Polysacchariden relativ zahlreiche In-vitro- und Tierstudien zu antioxidativer und antitumoraler Wirkung vorliegen.
3.9Hon-shimeji (Lyophyllum shimeji)
Ein wild wachsendes, mykorrhizabildendes 'echtes Shimeji' aus Japan und skandinavischen Kiefernwäldern — genetisch und ökologisch eigenständig gegenüber dem unter demselben Namen verkauften Zucht-Bunashimeji.
4.2Judasohr (Auricularia auricula-judae, Wood Ear)
Ein in der asiatischen Küche beliebter Ohrlappenpilz, der in Deutschland hauptsächlich am Schwarzen Holunder wächst — seit den 1980er-Jahren auf gerinnungshemmende und thrombozytenaggregationshemmende Wirkung untersucht, relevant für Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen.
4.1Wolkenohr (Auricularia polytricha, Black Fungus / Mu Er)
Der schwarze 'Mu-Er'-Pilz, eine Säule der chinesischen Küche — seit 1980, als er im New England Journal of Medicine beschrieben wurde, für seine starke Wirkung auf die Thrombozytenaggregation bekannt.
3.8Ganoderma tsugae (Hemlock Reishi)
Ein nordamerikanischer Verwandter des Glänzenden Lackporlings, der auf Hemlocktannen wächst — beliebt bei Kräuterkundigen in den USA und Kanada als 'Hemlock Reishi', aber mit einer deutlich schmaleren wissenschaftlichen Forschungsbasis.
3.2Ganoderma australe
Einer der weltweit häufigsten baumbewohnenden Pilze der Gattung Ganoderma, im Vereinigten Königreich als 'Southern Bracket' bekannt — trotz weiter Verbreitung praktisch ohne dedizierte klinische Studien oder Präsenz auf dem Nahrungsergänzungsmittelmarkt.
3.4Ganoderma resinaceum
Ein europäischer Verwandter des Glänzenden Lackporlings, erkennbar an den harzigen Tropfen, die der wachsende Rand des Fruchtkörpers absondert. Historisch mit Reishi verwechselt, aber mit einer eigenständigen, bescheidenen phytochemischen Forschungsbasis.
4.0Ganoderma lingzhi (Red Reishi)
Eine Art, die 2012 formal aus dem Ganoderma-lucidum-Komplex abgetrennt wurde — sie, und nicht der europäische glänzende Lackporling, steckt hinter den meisten asiatischen Produkten, die als 'Reishi' oder 'Lingzhi' verkauft werden, einschließlich des Etiketts 'Red Reishi'.
3.8Ganoderma sinense (Black Reishi)
Ein seltener, dunkelvioletter Lackporling, in der chinesischen Medizin als 'Zi Zhi' bekannt — im Gegensatz zu Ganoderma lingzhi handelt es sich genetisch um eine eigenständige Art mit eigener, kleinerer Forschungsbasis: ein in China zugelassenes Begleitmedikament zur Chemotherapie sowie vorläufige Daten zum Herzschutz vor Anthrazyklin-Kardiotoxizität.
3.8Weiden-Feuerschwamm (Phellinus igniarius)
Ein in Polen verbreiteter, harter Baumschwamm, der vor allem Weiden parasitiert, mit dokumentierter traditioneller Nutzung als Feueranzünder und Aufguss bei sibirischen und nordamerikanischen Völkern — aber ohne relevante klinische Studien am Menschen.
3.6Phellinus baumii (Sanghuang)
Ein ostasiatischer Baumschwamm aus dem verwirrenden 'Sanghuang'-Artenkomplex, hauptsächlich in China und Korea auf Polysaccharide mit entzündungshemmender und in vitro krebshemmender Wirkung untersucht — auf westlichen Märkten praktisch nicht vorhanden.
4.0Zottiger Schillerporling (Inonotus hispidus)
Ein in Polen seltener, auffällig orange-rostfarbener Baumpilz, der vor allem auf Apfel- und Eschenbäumen parasitiert; verwandt mit der Chaga (Inonotus obliquus), mit begrenzten, überwiegend chinesischen In-vitro-Studien zu antitumoralen und antioxidativen Verbindungen.
3.4Inonotus cuticularis
Ein in Polen seltener Pilz, der vor allem auf Buchen wächst und chemisch bislang nur in einer einzigen iranischen Screening-Studie untersucht wurde — darüber hinaus existieren praktisch keine wissenschaftlichen Daten zu dieser Art.
3.6Striegelige Tramete (Trametes hirsuta)
Ein häufiger, nah mit der Schmetterlingstramete verwandter Baumpilz, der in der Biotechnologie als Laccase-Produzent geschätzt wird. Keine klinischen Studien am Menschen und keine Präsenz auf dem Nahrungsergänzungsmittelmarkt.
3.9Samtige Tramete (Trametes pubescens)
Ein selteneres Verwandtes der Schmetterlingstramete, in Polen auf der Roten Liste der Pilze verzeichnet. Es liegen ein einzelnes Laborexperiment und eine Tierstudie zum Fruchtkörperextrakt vor, aber keine einzige klinische Studie am Menschen.
3.5Zonentramete (Trametes ochracea)
Eine der Schmetterlingstramete zum Verwechseln ähnliche Art, mit der sie im Gelände häufig verwechselt wird. Es liegt eine einzelne Laborstudie zum Fruchtkörperextrakt vor — ohne jegliche klinische Studien.
3.8Birken-Blättling (Lenzites betulina)
Ein Pilz, der wie eine Tramete aussieht, unter dem Hut aber echte Lamellen statt Poren trägt. Einige reale Laborstudien (antitumoral und antioxidativ, in vitro), null klinische Studien am Menschen.
3.4Rötende Tramete (Cerrena unicolor)
Ein in Europa weit verbreiteter Baumpilz, der totes Laubholz zersetzt und in der Biotechnologie vor allem als Quelle des Enzyms Laccase bekannt ist — ohne kulinarische oder supplementäre Tradition und ohne Studien am Menschen.
3.1Schizophyllum radiatum
Ein seltener, mit bloßem Auge praktisch nicht vom Gemeinen Spaltblättling zu unterscheidender Verwandter — in der wissenschaftlichen Literatur taucht er fast ausschließlich im Kontext der molekularen Taxonomie und seltener Atemwegsinfektionen auf, nicht als Supplement.
3.7Grifola gargal
Ein wild wachsender Speisepilz aus den patagonischen Südbuchenwäldern, lokal für sein mandelartiges Aroma geschätzt. Eine sehr kleine Pilotstudie am Menschen deutet auf einen Effekt auf den Triglyceridspiegel hin, doch die Beweislage ist minimal.
3.3Grifola sordulenta
Die patagonische 'Schwesterart' von Grifola gargal, die auf Koihue wächst und lokal kulinarisch geschätzt wird — im Gegensatz zu gargal jedoch praktisch ohne jegliche Studien am Menschen oder Tier.
4.5Beta-Glucane
Polysaccharide, die für den Großteil der dokumentierten immunmodulierenden Eigenschaften von Heilpilzen, Hafer und Gerste verantwortlich sind — der gemeinsame Nenner Dutzender in dieser Wissensdatenbank beschriebener Arten.
4.2Chaga (Schiefer Schillerporling)
Ein harter, schwarzer Auswuchs an Birkenstämmen, der traditionell in Russland und Osteuropa als Aufguss zubereitet wird — heute vor allem wegen seines außergewöhnlich hohen Gehalts an antioxidativen Verbindungen untersucht.