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Leberreischling (Fistulina hepatica)

Ein charakteristischer, 'blutender' Pilz mit dem Aussehen von rohem Fleisch — mehr als kulinarische Kuriosität geschätzt denn als Nahrungsergänzungsmittel; erste chemische Untersuchungen weisen auf einen sehr hohen Gehalt an phenolischen Verbindungen hin.

MNMichał NowakGeprüft von dr Anna KowalczykAktualisiert: 2. Juli 2026
Vorläufige Evidenz
4.0

Anzahl der Studien

2

Sicherheit

Mäßig

Inhaltsverzeichnis

Kurz gesagt

Ein charakteristischer, 'blutender' Pilz mit dem Aussehen von rohem Fleisch — mehr als kulinarische Kuriosität geschätzt denn als Nahrungsergänzungsmittel; erste chemische Untersuchungen weisen auf einen sehr hohen Gehalt an phenolischen Verbindungen hin.

  • Eine der reichhaltigsten beschriebenen Ellagsäure-Quellen unter wilden Speisepilzen
  • Hoher Gesamtgehalt an phenolischen Verbindungen und deutliche antioxidative Aktivität in chemischen Tests
  • Erste In-vitro-Daten deuten auf eine Hemmung der Enzyme α-Amylase und α-Glucosidase hin
Lateinischer NameFistulina hepatica
FamilieOchsenzungenverwandte (Fistulinaceae)
WirkstoffeEllagsäure und andere phenolische Verbindungen
FormFrischer Fruchtkörper, gelegentlich verzehrt — keine Supplementform
ForschungsstandErste chemische In-vitro-Untersuchungen — keine klinischen Studien
WechselwirkungenKeine dokumentierten Wechselwirkungen mit Medikamenten
StatusEssbare Art, in Polen seit 2014 teilweise geschützt

Verstehen

Überblick

Der Leberreischling (Fistulina hepatica), auch als Ochsenzunge oder Leberpilz bekannt, ist einer der bekanntesten Waldpilze — sein fleischiger Fruchtkörper erinnert an eine Scheibe rohe Leber, und angeschnitten 'blutet' er. Er wächst fast ausschließlich am Stammfuß von Eichen. In Polen ist die Art selten und steht seit 2014 unter Teilschutz.

Der Pilz ist essbar, hat aber einen geringen kulinarischen Wert — das rohe Fleisch schmeckt deutlich sauer. Er wird nicht als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, aber es gibt einige reale Laboruntersuchungen zu seinem phenolischen Profil.

Wem kann das wirklich helfen, und wem eher nicht: Für Menschen, die ohnehin Waldpilze sammeln und ihre Ernährung um eine seltene, polyphenolreiche Art bereichern möchten, ist der gelegentliche Verzehr des Leberreischlings eine vernünftige Ernährungswahl. Es gibt jedoch keine Grundlage, ihn als Mittel zur Unterstützung der Blutzuckerkontrolle zu betrachten — die Daten zur Hemmung von Verdauungsenzymen stammen ausschließlich aus Reagenzglastests, nicht aus Studien an Menschen oder auch nur an Tieren.

Vorkommen

Fistulina hepatica wächst fast ausschließlich am Stammfuß alter Eichen, meist an geschwächten Bäumen oder an Stellen mit Rindenschäden. Die Fruchtkörper erscheinen von August bis Oktober.

Geschichte der Anwendung

Der Leberreischling ist kulinarisch seit langem in Europa bekannt, besonders in England und Frankreich, wo er wegen seines säuerlichen, zitrusartigen Geschmacks roh in dünnen Scheiben verzehrt wurde. Das Myzel von Fistulina hepatica verursacht zudem eine charakteristische, dunkelbraune Verfärbung von Eichenholz, im Handwerk als 'brown oak' bekannt.

Wirkmechanismus

Chemische Untersuchungen zeigten, dass Fistulina hepatica zu den reichhaltigsten beschriebenen Quellen für Ellagsäure unter Wildpilzen gehört. In chemischen In-vitro-Tests zeigten Extrakte aus dem Fruchtkörper eine deutliche antioxidative Aktivität.

Ellagsäure, die laut HPLC-Analyse etwa 49,7 % der im Fruchtkörper bestimmten phenolischen Verbindungen ausmacht, ist ein in der Literatur bekannter starker Radikalfänger, wenngleich ihre Bioverfügbarkeit nach Verzehr generell begrenzt ist. Erste Daten zur Hemmung der Enzyme α-Amylase und α-Glucosidase deuten auf einen theoretischen Mechanismus zur Verlangsamung des Kohlenhydratabbaus im Darm hin, der ausschließlich in enzymatischen In-vitro-Tests beschrieben wurde.

1

Extraktion phenolischer Verbindungen

Ellagsäure ist die per HPLC bestimmte dominante phenolische Verbindung im Fruchtkörper (ca. 49,7 % aller bestimmten Phenole).

2

Neutralisation freier Radikale

Extrakte aus dem Fruchtkörper zeigen in chemischen In-vitro-Tests eine deutliche antioxidative Aktivität.

3

Hemmung von Verdauungsenzymen

Erste In-vitro-Tests weisen auf eine Hemmung von α-Amylase und α-Glucosidase hin — Enzyme, die Kohlenhydrate abbauen.

4

Theoretische Verlangsamung der Zuckeraufnahme

Der Mechanismus bleibt hypothetisch — er wurde in keiner Studie an Menschen oder Tieren bestätigt.

Evidenz: vorläufig — basierend auf 2 Studien in dieser Datenbank.

Vorteile

Eine der reichhaltigsten beschriebenen Ellagsäure-Quellen unter wilden Speisepilzen
Hoher Gesamtgehalt an phenolischen Verbindungen und deutliche antioxidative Aktivität in chemischen Tests
Erste In-vitro-Daten deuten auf eine Hemmung der Enzyme α-Amylase und α-Glucosidase hin

Häufige Mythen

MythosDer rote Saft, der aus dem angeschnittenen Fruchtkörper austritt, ist echtes Blut oder deutet auf Giftigkeit hin.

FaktEs handelt sich um einen dickflüssigen, roten Zellsaft, der u. a. phenolische Verbindungen enthält — ein harmloses Merkmal der Art.

Formen & Varianten

Leberreischling (Fistulina hepatica) gibt es in mehreren Formen, die sich in Bioverfügbarkeit und Einsatzgebiet unterscheiden — die gewählte Form hat einen echten Einfluss auf die Wirksamkeit der Supplementierung.

Junger Fruchtkörper (weich, 'blutend')

Weiches, saftiges Fleisch, das rohem Fleisch ähnelt.

Am besten geeignet für: Kulinarischer Effekt roh, in dünnen Scheiben

Praxis

Häufig gestellte Fragen

Seit 2014 steht die Art unter Teilschutz, was das Sammeln einzelner, sicher identifizierter Fruchtkörper erlaubt.

Dosierung & Einnahmezeit

Typische Dosis

Keine festgelegte Dosis — wird gelegentlich als wild wachsender Speisepilz gesammelt

Form

Frischer Fruchtkörper, verzehrt nach Einweichen und Kochen oder roh in dünnen Scheiben

In Polen ist die Art teilweise geschützt — vor dem Sammeln lohnt sich ein Blick in die lokalen Vorschriften.

Beste Einnahmezeiten

  • Saison: August–Oktober

Sicherheit

Nebenwirkungen & Kontraindikationen

Mögliche Nebenwirkungen

Das rohe Fleisch hat einen deutlich sauer-herben Geschmack und kann Verdauungsbeschwerden verursachen

Verwechslungsrisiko beim Sammeln

Kontraindikationen

Pilzallergie

Sammeln ohne sichere Artbestimmung

Wechselwirkungen

Keine dokumentierten Wechselwirkungen mit Medikamenten

Lohnt es sich?

Für wen geeignet

  • Eine der reichhaltigsten beschriebenen Ellagsäure-Quellen unter wilden Speisepilzen
  • Hoher Gesamtgehalt an phenolischen Verbindungen und deutliche antioxidative Aktivität in chemischen Tests
  • Erste In-vitro-Daten deuten auf eine Hemmung der Enzyme α-Amylase und α-Glucosidase hin

Nicht geeignet für

  • Pilzallergie
  • Sammeln ohne sichere Artbestimmung

Evidenz

Wissenswertes

In Polen ist die Art seit 2014 teilweise geschützt.

Sie wächst fast ausschließlich am Stammfuß von Eichen.

Studien

Ellagsäure machte etwa 49,7 % aller bestimmten phenolischen Verbindungen in Fruchtkörpern von Fistulina hepatica aus — einer der höchsten beschriebenen Anteile unter wilden Speisepilzen.

Ribeiro B. i wsp., Food and Chemical Toxicology, 2007

Phenolic compounds, organic acids profiles and antioxidative properties of beefsteak fungus (Fistulina hepatica)

Vorläufige Evidenz

Ribeiro B, Valentão P, Baptista P, Seabra RM, Andrade PB · Food and Chemical Toxicology · 2007

Eine HPLC-Analyse ergab fünf phenolische Verbindungen, darunter Ellagsäure mit einem Anteil von ca. 49,7 % der bestimmten Phenole. Die Extrakte zeigten eine starke antioxidative Aktivität.

Studie ansehen

Chromatographic and Chemometric Characterization of the Two Wild Edible Mushrooms Fistulina hepatica and Clitocybe nuda

Vorläufige Evidenz

Saldanha A, et al. · Separations · 2025

Eine vergleichende Analyse des Nährstoff- und Phenolprofils, die das reichhaltige phenolische Profil der Art bestätigt, das in früheren Arbeiten beschrieben wurde.

Studie ansehen

Quellen & Literaturverzeichnis

Die Zitate sind für diese Demoversion beispielhaft und erfordern vor der produktiven Veröffentlichung eine vollständige bibliografische Prüfung durch die Redaktion.

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Über die Autoren dieses Eintrags

MN

Autor

Michał Nowak

Klinischer Ernährungsberater

Michał ist spezialisiert auf metabolische Ernährung, intermittierendes Fasten und Sportsupplementierung.

61 Veröffentlichungen auf dieser Seite

AK

Fachliche Prüfung

dr Anna Kowalczyk

Chefredakteurin, Molekularbiologie

Anna leitet den redaktionellen Prozess und die wissenschaftliche Prüfung aller Beiträge in der Wissensdatenbank. Zuvor forschte sie zu Autophagie und Mitochondrienbiologie.

50 Veröffentlichungen auf dieser Seite

Veröffentlicht: 20. Mai 2025Aktualisiert: 2. Juli 2026

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GrzybyMäßige Evidenz

Kommentare (2)

  • KW

    Kasia W. vor 2 Wochen

    Sehr übersichtlich beschrieben, besonders der Abschnitt zu den Wechselwirkungen — das hatte ich so an keiner anderen Stelle gesehen.

  • MT

    Marek T. vor einem Monat

    Plant ihr ein Update mit der neuesten Studie aus diesem Jahr? Ich habe eine interessante Metaanalyse gesehen.