Grifola gargal
Ein wild wachsender Speisepilz aus den patagonischen Südbuchenwäldern, lokal für sein mandelartiges Aroma geschätzt. Eine sehr kleine Pilotstudie am Menschen deutet auf einen Effekt auf den Triglyceridspiegel hin, doch die Beweislage ist minimal.
Anzahl der Studien
2
Sicherheit
Mäßig
Wirkungseintritt
Keine belastbaren Daten — die einzigen Ergebnisse am Menschen stammen aus einer vierwöchigen Pilotstudie mit 10 Personen.
Für wen geeignet
Inhaltsverzeichnis
Kurz gesagt
Ein wild wachsender Speisepilz aus den patagonischen Südbuchenwäldern, lokal für sein mandelartiges Aroma geschätzt. Eine sehr kleine Pilotstudie am Menschen deutet auf einen Effekt auf den Triglyceridspiegel hin, doch die Beweislage ist minimal.
- →In einer kleinen Pilotstudie (n=10, 4 Wochen) senkte ein Wasserextrakt aus kultiviertem Myzel den Triglyceridspiegel — ein vorläufiges Ergebnis, das in größeren Studien nicht bestätigt wurde
- →Fruchtkörperextrakte zeigen in vitro eine moderate antioxidative Aktivität
- →Lokal in Patagonien als schmackhafter Speisepilz geschätzt
| Lateinischer Name | Grifola gargal |
|---|---|
| Familie | Grifolaceae |
| Aktive Substanzen | Trehalose, phenolische Verbindungen, nicht näher charakterisierter niedermolekularer Myzelextrakt |
| Form | Frische/getrocknete Fruchtkörper (traditionell); experimenteller Wasserextrakt (nur in der Studie) |
| Evidenzgrad | Vorläufig — einzelne kleine Pilotstudie am Menschen (n=10) |
| Wechselwirkungen | Theoretische Vorsicht bei lipidsenkenden Medikamenten und Antidiabetika |
| Status | Keine kommerziellen Produkte auf westlichen Märkten, einschließlich Deutschland |
Verstehen
Überblick
Grifola gargal ist eine 1969 wissenschaftlich beschriebene Art aus derselben Gattung wie Maitake. Sie wächst ausschließlich in den andin-patagonischen Wäldern Argentiniens und Chiles, auf Bäumen der Südbuche. Lokal als 'Gargal' bekannt, ist sie ein geschätzter Speisepilz mit mandelartigem Aroma.
Es gibt eine einzelne, sehr kleine Studie einer japanischen Forschungsgruppe: Ein niedermolekularer Extrakt aus kultiviertem Myzel senkte Triglyceride und Blutzucker in Mausmodellen, und in einer klinischen Pilotstudie mit 10 Personen mit Prädiabetes wurde ein signifikanter Rückgang der Triglyceride beobachtet. Es handelt sich jedoch um ein einzelnes, nicht repliziertes Ergebnis mit sehr kleiner Stichprobe. Auf westlichen Märkten, einschließlich Deutschlands, sind keine kommerziellen Produkte erhältlich.
Wem kann das wirklich nützen, und wem eher nicht? Bei einer so bescheidenen Beweislage (eine Pilotstudie mit 10 Personen, ohne Replikation) lässt sich keine Gruppe benennen, für die eine Supplementierung mit Grifola gargal eine begründete gesundheitliche Empfehlung wäre — zumal auf westlichen Märkten keine Produkte verfügbar sind. Personen, die eine Wirkung ähnlich der des gut erforschten Verwandten Maitake erwarten, werden enttäuscht sein — das ist eine völlig andere, deutlich schmalere Beweisbasis.
Vorkommen
Grifola gargal wächst ausschließlich in den andin-patagonischen Wäldern Argentiniens und Chiles, auf Stämmen und Totholz der Südbuche, im kühlen, feuchten Klima der Region.
Wirkmechanismus
Chemische Analysen der Fruchtkörper zeigten einen hohen Gehalt an Trehalose sowie phenolische Verbindungen, die mit einer moderaten antioxidativen Aktivität in vitro korrelierten. In Tierstudien unterdrückte der niedermolekulare Extrakt die Expression des proinflammatorischen Interleukin-6, der Mechanismus hinter der Triglyceridsenkung beim Menschen wurde jedoch nicht aufgeklärt.
Die in der Tierstudie beobachtete Suppression von Interleukin-6 legt nahe, dass ein möglicher Effekt auf den Fettstoffwechsel teilweise auf einer Reduktion der niedriggradigen Entzündung beruhen könnte, die Adipositas und Insulinresistenz begleitet, und nicht auf einer direkten Wirkung auf fettmetabolisierende Enzyme. Das ist jedoch weiterhin eine Hypothese — beim Menschen wurde nur der Endeffekt untersucht, nicht der zugrunde liegende Mechanismus.
Hoher Gehalt an Trehalose und phenolischen Verbindungen
Die chemische Profilierung der Fruchtkörper zeigte einen ungewöhnlich hohen Trehalosegehalt sowie phenolische Verbindungen, die mit antioxidativer Aktivität in vitro korrelierten.
Unterdrückung von IL-6 in Tiermodellen
Der niedermolekulare Extrakt aus kultiviertem Myzel reduzierte die Expression des proinflammatorischen Interleukin-6 bei Mäusen mit Adipositas und Diabetes.
Senkung von Blutzucker und Triglyceriden bei Tieren
In denselben Mausmodellen senkte der Extrakt den Blutzucker- und Triglyceridspiegel.
Vorläufiger Effekt beim Menschen
In einer klinischen Pilotstudie (10 Personen, 4 Wochen) wurde ein signifikanter Rückgang der Triglyceride beobachtet — ein einzelnes, nicht repliziertes Ergebnis.
Evidenz: vorläufig — basierend auf 2 Studien in dieser Datenbank.
Vorteile
Häufige Mythen
MythosGrifola gargal ist der 'patagonische Maitake' mit denselben immunmodulierenden Eigenschaften wie die gut erforschte Grifola frondosa.
FaktEs handelt sich um eine eigenständige Art mit einer völlig anderen, deutlich schmaleren Beweisbasis.
Formen & Varianten
Grifola gargal gibt es in mehreren Formen, die sich in Bioverfügbarkeit und Einsatzgebiet unterscheiden — die gewählte Form hat einen echten Einfluss auf die Wirksamkeit der Supplementierung.
Frische oder getrocknete Fruchtkörper
Traditionelle Verzehrform in Patagonien.
Am besten geeignet für: Lokaler Verzehr als Lebensmittel, ausschließlich nach sicherer Bestimmung
Praxis
Häufig gestellte Fragen
Praktisch nicht — auf westlichen Märkten, einschließlich Deutschland, sind keine kommerziellen Produkte erhältlich.
Dosierung & Einnahmezeit
Typische Dosis
In der einzigen veröffentlichten Pilotstudie wurden täglich 9,2 g eines niedermolekularen Wasserextrakts über 4 Wochen verwendet
Form
Frische oder getrocknete Fruchtkörper (traditionell) oder ein experimenteller Wasserextrakt — keine standardisierten kommerziellen Produkte
Die verfügbaren Daten sind zu spärlich, um Grifola gargal als erprobten Funktionspilz zu betrachten.
Beste Einnahmezeiten
- Nicht zutreffend — kein etabliertes Supplementierungsschema
Sicherheit
Nebenwirkungen & Kontraindikationen
Mögliche Nebenwirkungen
Keine berichteten spezifischen Nebenwirkungen, abgesehen vom allgemeinen Risiko im Zusammenhang mit dem Verzehr wild gesammelter Pilze
Kontraindikationen
Personen mit Pilzallergie
Vom eigenständigen Sammeln ohne sichere Bestimmung wird abgeraten
Schwangerschaft und Stillzeit — keine Daten
Wechselwirkungen
Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung von lipidsenkenden Medikamenten oder Antidiabetika
Lohnt es sich?
Für wen geeignet
- Personen, die unter Aufsicht eines erfahrenen Experten Pilze in Patagonien sammeln
- Forscher mit Interesse an angewandter Mykologie
Nicht geeignet für
- Personen mit Pilzallergie
- Vom eigenständigen Sammeln ohne sichere Bestimmung wird abgeraten
- Schwangerschaft und Stillzeit — keine Daten
Evidenz
Wissenswertes
Wissenschaftlich beschrieben vom Mykologen Rolf Singer im Jahr 1969.
Die einzige veröffentlichte Studie mit Beteiligung von Menschen umfasste nur 10 Personen.
Studien
In einer vierwöchigen Pilotstudie mit 10 Personen mit Prädiabetes senkte ein niedermolekularer Extrakt aus kultiviertem Myzel von Grifola gargal signifikant den Triglyceridspiegel.
Harada E. i wsp., International Journal of Medicinal Mushrooms, 2020
Medicinal Mushroom, Grifola gargal, Lowers Triglyceride in Animal Models of Obesity and Diabetes and in Adults with Prediabetes
Vorläufige EvidenzHarada E, Morizono T, Kanno T, Saito M, Kawagishi H · International Journal of Medicinal Mushrooms · 2020
In Mausmodellen für Adipositas und Diabetes senkte der Extrakt Blutzucker und Triglyceride. In einer sehr kleinen klinischen Pilotstudie (10 Personen, 4 Wochen) wurde ein signifikanter Rückgang der Triglyceride beobachtet.
Studie ansehenChemical and Antioxidant Properties of Wild Edible Mushrooms from Native Nothofagus spp. Forest, Argentina
Vorläufige EvidenzToledo CV, Barroetaveña C, Fernandes Â, Barros L, Ferreira ICFR · Molecules · 2016
Chemische Profilierung wilder Pilze aus patagonischen Wäldern, einschließlich G. gargal — hoher Trehalosegehalt und moderate antioxidative Aktivität.
Studie ansehenQuellen & Literaturverzeichnis
Die Zitate sind für diese Demoversion beispielhaft und erfordern vor der produktiven Veröffentlichung eine vollständige bibliografische Prüfung durch die Redaktion.
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Über die Autoren dieses Eintrags
Autor
Julia WiśniewskaRedakteurin, Neurohacking & Schlaf
Julia schreibt über Nootropika, Chronobiologie und Regenerationsprotokolle.
45 Veröffentlichungen auf dieser Seite
Fachliche Prüfung
dr Anna KowalczykChefredakteurin, Molekularbiologie
Anna leitet den redaktionellen Prozess und die wissenschaftliche Prüfung aller Beiträge in der Wissensdatenbank. Zuvor forschte sie zu Autophagie und Mitochondrienbiologie.
50 Veröffentlichungen auf dieser Seite
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Kommentare (2)
- KW
Kasia W. vor 2 Wochen
Sehr übersichtlich beschrieben, besonders der Abschnitt zu den Wechselwirkungen — das hatte ich so an keiner anderen Stelle gesehen.
- MT
Marek T. vor einem Monat
Plant ihr ein Update mit der neuesten Studie aus diesem Jahr? Ich habe eine interessante Metaanalyse gesehen.
