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Grifola gargal

Ein wild wachsender Speisepilz aus den patagonischen Südbuchenwäldern, lokal für sein mandelartiges Aroma geschätzt. Eine sehr kleine Pilotstudie am Menschen deutet auf einen Effekt auf den Triglyceridspiegel hin, doch die Beweislage ist minimal.

JWJulia WiśniewskaGeprüft von dr Anna KowalczykAktualisiert: 8. Juli 2026
Vorläufige Evidenz
3.7

Anzahl der Studien

2

Sicherheit

Mäßig

Wirkungseintritt

Keine belastbaren Daten — die einzigen Ergebnisse am Menschen stammen aus einer vierwöchigen Pilotstudie mit 10 Personen.

Für wen geeignet

Personen, die unter Aufsicht eines erfahrenen Experten Pilze in Patagonien sammelnForscher mit Interesse an angewandter Mykologie
Inhaltsverzeichnis

Kurz gesagt

Ein wild wachsender Speisepilz aus den patagonischen Südbuchenwäldern, lokal für sein mandelartiges Aroma geschätzt. Eine sehr kleine Pilotstudie am Menschen deutet auf einen Effekt auf den Triglyceridspiegel hin, doch die Beweislage ist minimal.

  • In einer kleinen Pilotstudie (n=10, 4 Wochen) senkte ein Wasserextrakt aus kultiviertem Myzel den Triglyceridspiegel — ein vorläufiges Ergebnis, das in größeren Studien nicht bestätigt wurde
  • Fruchtkörperextrakte zeigen in vitro eine moderate antioxidative Aktivität
  • Lokal in Patagonien als schmackhafter Speisepilz geschätzt
Lateinischer NameGrifola gargal
FamilieGrifolaceae
Aktive SubstanzenTrehalose, phenolische Verbindungen, nicht näher charakterisierter niedermolekularer Myzelextrakt
FormFrische/getrocknete Fruchtkörper (traditionell); experimenteller Wasserextrakt (nur in der Studie)
EvidenzgradVorläufig — einzelne kleine Pilotstudie am Menschen (n=10)
WechselwirkungenTheoretische Vorsicht bei lipidsenkenden Medikamenten und Antidiabetika
StatusKeine kommerziellen Produkte auf westlichen Märkten, einschließlich Deutschland

Verstehen

Überblick

Grifola gargal ist eine 1969 wissenschaftlich beschriebene Art aus derselben Gattung wie Maitake. Sie wächst ausschließlich in den andin-patagonischen Wäldern Argentiniens und Chiles, auf Bäumen der Südbuche. Lokal als 'Gargal' bekannt, ist sie ein geschätzter Speisepilz mit mandelartigem Aroma.

Es gibt eine einzelne, sehr kleine Studie einer japanischen Forschungsgruppe: Ein niedermolekularer Extrakt aus kultiviertem Myzel senkte Triglyceride und Blutzucker in Mausmodellen, und in einer klinischen Pilotstudie mit 10 Personen mit Prädiabetes wurde ein signifikanter Rückgang der Triglyceride beobachtet. Es handelt sich jedoch um ein einzelnes, nicht repliziertes Ergebnis mit sehr kleiner Stichprobe. Auf westlichen Märkten, einschließlich Deutschlands, sind keine kommerziellen Produkte erhältlich.

Wem kann das wirklich nützen, und wem eher nicht? Bei einer so bescheidenen Beweislage (eine Pilotstudie mit 10 Personen, ohne Replikation) lässt sich keine Gruppe benennen, für die eine Supplementierung mit Grifola gargal eine begründete gesundheitliche Empfehlung wäre — zumal auf westlichen Märkten keine Produkte verfügbar sind. Personen, die eine Wirkung ähnlich der des gut erforschten Verwandten Maitake erwarten, werden enttäuscht sein — das ist eine völlig andere, deutlich schmalere Beweisbasis.

Vorkommen

Grifola gargal wächst ausschließlich in den andin-patagonischen Wäldern Argentiniens und Chiles, auf Stämmen und Totholz der Südbuche, im kühlen, feuchten Klima der Region.

Wirkmechanismus

Chemische Analysen der Fruchtkörper zeigten einen hohen Gehalt an Trehalose sowie phenolische Verbindungen, die mit einer moderaten antioxidativen Aktivität in vitro korrelierten. In Tierstudien unterdrückte der niedermolekulare Extrakt die Expression des proinflammatorischen Interleukin-6, der Mechanismus hinter der Triglyceridsenkung beim Menschen wurde jedoch nicht aufgeklärt.

Die in der Tierstudie beobachtete Suppression von Interleukin-6 legt nahe, dass ein möglicher Effekt auf den Fettstoffwechsel teilweise auf einer Reduktion der niedriggradigen Entzündung beruhen könnte, die Adipositas und Insulinresistenz begleitet, und nicht auf einer direkten Wirkung auf fettmetabolisierende Enzyme. Das ist jedoch weiterhin eine Hypothese — beim Menschen wurde nur der Endeffekt untersucht, nicht der zugrunde liegende Mechanismus.

1

Hoher Gehalt an Trehalose und phenolischen Verbindungen

Die chemische Profilierung der Fruchtkörper zeigte einen ungewöhnlich hohen Trehalosegehalt sowie phenolische Verbindungen, die mit antioxidativer Aktivität in vitro korrelierten.

2

Unterdrückung von IL-6 in Tiermodellen

Der niedermolekulare Extrakt aus kultiviertem Myzel reduzierte die Expression des proinflammatorischen Interleukin-6 bei Mäusen mit Adipositas und Diabetes.

3

Senkung von Blutzucker und Triglyceriden bei Tieren

In denselben Mausmodellen senkte der Extrakt den Blutzucker- und Triglyceridspiegel.

4

Vorläufiger Effekt beim Menschen

In einer klinischen Pilotstudie (10 Personen, 4 Wochen) wurde ein signifikanter Rückgang der Triglyceride beobachtet — ein einzelnes, nicht repliziertes Ergebnis.

Evidenz: vorläufig — basierend auf 2 Studien in dieser Datenbank.

Vorteile

In einer kleinen Pilotstudie (n=10, 4 Wochen) senkte ein Wasserextrakt aus kultiviertem Myzel den Triglyceridspiegel — ein vorläufiges Ergebnis, das in größeren Studien nicht bestätigt wurde
Fruchtkörperextrakte zeigen in vitro eine moderate antioxidative Aktivität
Lokal in Patagonien als schmackhafter Speisepilz geschätzt

Häufige Mythen

MythosGrifola gargal ist der 'patagonische Maitake' mit denselben immunmodulierenden Eigenschaften wie die gut erforschte Grifola frondosa.

FaktEs handelt sich um eine eigenständige Art mit einer völlig anderen, deutlich schmaleren Beweisbasis.

Formen & Varianten

Grifola gargal gibt es in mehreren Formen, die sich in Bioverfügbarkeit und Einsatzgebiet unterscheiden — die gewählte Form hat einen echten Einfluss auf die Wirksamkeit der Supplementierung.

Frische oder getrocknete Fruchtkörper

Traditionelle Verzehrform in Patagonien.

Am besten geeignet für: Lokaler Verzehr als Lebensmittel, ausschließlich nach sicherer Bestimmung

Praxis

Häufig gestellte Fragen

Praktisch nicht — auf westlichen Märkten, einschließlich Deutschland, sind keine kommerziellen Produkte erhältlich.

Dosierung & Einnahmezeit

Typische Dosis

In der einzigen veröffentlichten Pilotstudie wurden täglich 9,2 g eines niedermolekularen Wasserextrakts über 4 Wochen verwendet

Form

Frische oder getrocknete Fruchtkörper (traditionell) oder ein experimenteller Wasserextrakt — keine standardisierten kommerziellen Produkte

Die verfügbaren Daten sind zu spärlich, um Grifola gargal als erprobten Funktionspilz zu betrachten.

Beste Einnahmezeiten

  • Nicht zutreffend — kein etabliertes Supplementierungsschema

Sicherheit

Nebenwirkungen & Kontraindikationen

Mögliche Nebenwirkungen

Keine berichteten spezifischen Nebenwirkungen, abgesehen vom allgemeinen Risiko im Zusammenhang mit dem Verzehr wild gesammelter Pilze

Kontraindikationen

Personen mit Pilzallergie

Vom eigenständigen Sammeln ohne sichere Bestimmung wird abgeraten

Schwangerschaft und Stillzeit — keine Daten

Wechselwirkungen

Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung von lipidsenkenden Medikamenten oder Antidiabetika

Lohnt es sich?

Für wen geeignet

  • Personen, die unter Aufsicht eines erfahrenen Experten Pilze in Patagonien sammeln
  • Forscher mit Interesse an angewandter Mykologie

Nicht geeignet für

  • Personen mit Pilzallergie
  • Vom eigenständigen Sammeln ohne sichere Bestimmung wird abgeraten
  • Schwangerschaft und Stillzeit — keine Daten

Evidenz

Wissenswertes

Wissenschaftlich beschrieben vom Mykologen Rolf Singer im Jahr 1969.

Die einzige veröffentlichte Studie mit Beteiligung von Menschen umfasste nur 10 Personen.

Studien

In einer vierwöchigen Pilotstudie mit 10 Personen mit Prädiabetes senkte ein niedermolekularer Extrakt aus kultiviertem Myzel von Grifola gargal signifikant den Triglyceridspiegel.

Harada E. i wsp., International Journal of Medicinal Mushrooms, 2020

Medicinal Mushroom, Grifola gargal, Lowers Triglyceride in Animal Models of Obesity and Diabetes and in Adults with Prediabetes

Vorläufige Evidenz

Harada E, Morizono T, Kanno T, Saito M, Kawagishi H · International Journal of Medicinal Mushrooms · 2020

In Mausmodellen für Adipositas und Diabetes senkte der Extrakt Blutzucker und Triglyceride. In einer sehr kleinen klinischen Pilotstudie (10 Personen, 4 Wochen) wurde ein signifikanter Rückgang der Triglyceride beobachtet.

Studie ansehen

Chemical and Antioxidant Properties of Wild Edible Mushrooms from Native Nothofagus spp. Forest, Argentina

Vorläufige Evidenz

Toledo CV, Barroetaveña C, Fernandes Â, Barros L, Ferreira ICFR · Molecules · 2016

Chemische Profilierung wilder Pilze aus patagonischen Wäldern, einschließlich G. gargal — hoher Trehalosegehalt und moderate antioxidative Aktivität.

Studie ansehen

Quellen & Literaturverzeichnis

Die Zitate sind für diese Demoversion beispielhaft und erfordern vor der produktiven Veröffentlichung eine vollständige bibliografische Prüfung durch die Redaktion.

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Über die Autoren dieses Eintrags

JW

Autor

Julia Wiśniewska

Redakteurin, Neurohacking & Schlaf

Julia schreibt über Nootropika, Chronobiologie und Regenerationsprotokolle.

45 Veröffentlichungen auf dieser Seite

AK

Fachliche Prüfung

dr Anna Kowalczyk

Chefredakteurin, Molekularbiologie

Anna leitet den redaktionellen Prozess und die wissenschaftliche Prüfung aller Beiträge in der Wissensdatenbank. Zuvor forschte sie zu Autophagie und Mitochondrienbiologie.

50 Veröffentlichungen auf dieser Seite

Veröffentlicht: 20. Mai 2025Aktualisiert: 8. Juli 2026

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GrzybyMäßige Evidenz

Kommentare (2)

  • KW

    Kasia W. vor 2 Wochen

    Sehr übersichtlich beschrieben, besonders der Abschnitt zu den Wechselwirkungen — das hatte ich so an keiner anderen Stelle gesehen.

  • MT

    Marek T. vor einem Monat

    Plant ihr ein Update mit der neuesten Studie aus diesem Jahr? Ich habe eine interessante Metaanalyse gesehen.