Enokitake (Flammulina velutipes)
Ein beliebter Speisepilz, im englischsprachigen Raum auch als Velvet Foot bekannt, im Labor untersucht wegen des immunmodulierenden Proteins FIP-fve — auf dem Markt fast ausschließlich als Lebensmittel erhältlich.
Anzahl der Studien
2
Sicherheit
Mäßig
Wirkungseintritt
Nicht zutreffend im typischen Supplementierungskontext — wird vor allem als Lebensmittel verzehrt.
Inhaltsverzeichnis
Kurz gesagt
Ein beliebter Speisepilz, im englischsprachigen Raum auch als Velvet Foot bekannt, im Labor untersucht wegen des immunmodulierenden Proteins FIP-fve — auf dem Markt fast ausschließlich als Lebensmittel erhältlich.
- →Das Protein FIP-fve stimuliert in In-vitro-Studien T-Lymphozyten und erhöht die Ausschüttung von Interferon-gamma
- →Der niedrige Kaloriengehalt und der hohe Ballaststoffgehalt machen Enokitake zu einer wertvollen Ergänzung der Ernährung
- →Quelle von Beta-Glucanen, die die allgemeine Funktion des Immunsystems unterstützen
| Lateinischer Name | Flammulina velutipes |
|---|---|
| Familie | Physalacriaceae |
| Wirkstoffe | Protein FIP-fve, Beta-Glucane, Ballaststoffe |
| Form | Frische Bündel, getrocknete Fruchtkörper, Suppenzutat |
| Evidenzgrad | Vorläufig — hauptsächlich in vitro, keine klinischen Studien am Menschen |
| Interaktionen | Keine bedeutenden, dokumentierten Interaktionen beim kulinarischen Verzehr |
| Status | Lebensmittel/Speisepilz — kein registriertes Nahrungsergänzungsmittel |
Verstehen
Überblick
Enokitake (Flammulina velutipes), im englischsprachigen Raum auch als Velvet Foot bezeichnet, ist ein essbarer Pilz, der wild auf Laubbaumstämmen in Asien, Europa und Nordamerika wächst. Die im Handel erhältliche Form sieht anders aus als der wilde Pilz: im Dunkeln und bei erhöhtem CO2-Gehalt großflächig kultiviert, bildet sie lange, dünne, weiße Stiele mit winzigen Hüten. In der asiatischen Küche landet sie vor allem in Suppen und Eintopfgerichten.
Enokitake wird im gesundheitlichen Kontext vor allem wegen FIP-fve erwähnt — ein immunmodulierendes Protein, das hinsichtlich seines Einflusses auf T-Lymphozyten untersucht wird. Die populäre Anekdote über ein japanisches Dorf von Bauern, die seltener an Krebs erkranken, beruht auf einer einzigen, methodisch begrenzten Beobachtungsstudie. Enokitake bleibt vor allem ein Lebensmittel und kein eigenständiges Nahrungsergänzungsmittel.
Enokitake hilft wirklich vor allem als kalorienarme, ballaststoffreiche Ergänzung der Ernährung — in dieser Hinsicht ist der Nutzen gesichert und betrifft jeden, der ihn gut zubereitet. Wer auf einen messbaren immunmodulierenden Effekt von FIP-fve hofft, wird in der Praxis eher enttäuscht: Das Protein wurde ausschließlich isoliert und in vitro untersucht, nicht nach dem Verzehr der Fruchtkörper als Lebensmittel. Schwangeren, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem kann Enokitake sogar schaden, wenn er roh oder nicht ausreichend gegart auf den Teller kommt.
Vorkommen
Wächst wild auf Stämmen und totem Holz von Laubbäumen (u. a. Ulme, Maulbeere, Persimone) in Asien, Europa und Nordamerika, meist im Herbst und Winter. Die im Handel erhältliche Form wird industriell im Dunkeln und bei erhöhter CO2-Konzentration kultiviert, was lange, blasse Stiele ergibt, die optisch völlig anders wirken als der wilde Pilz.
Geschichte der Anwendung
In der japanischen, chinesischen und koreanischen Küche wird Enokitake seit Langem eingesetzt, vor allem in Suppen und Eintopfgerichten (z. B. Nabemono), bei denen die dünnen Pilzbündel wenige Minuten vor dem Servieren hinzugegeben werden.
Wirkmechanismus
Der am besten beschriebene Inhaltsstoff ist FIP-fve — ein Protein aus der Familie der pilzlichen immunmodulierenden Proteine. In In-vitro-Studien wirkt es mitogen auf menschliche Lymphozyten, aktiviert T-Lymphozyten und erhöht über den p38-MAPK-Signalweg die Ausschüttung von Interferon-gamma. Keine der Studien bestätigt bisher einen analogen Effekt nach einfachem Verzehr der Fruchtkörper als Nahrungsmittel.
Der von FIP-fve aktivierte p38-MAPK-Signalweg ist eine von drei zentralen mitogen-aktivierten Proteinkinasen (neben ERK und JNK) — ihre Aktivierung führt zur Phosphorylierung von Transkriptionsfaktoren und zu einer gesteigerten Expression des IFN-gamma-Gens in T-Lymphozyten. Wichtige Einschränkung: In beiden zitierten Studien wurde der Effekt an gereinigtem Protein unter In-vitro-Bedingungen nachgewiesen — Gehalt und Bioverfügbarkeit von FIP-fve in gekochten, als Lebensmittel verzehrten Fruchtkörpern sind bislang nicht untersucht.
Isolierung von FIP-fve
Das immunmodulierende Protein wurde aus Enokitake-Fruchtkörpern isoliert und sequenziert.
Mitogene Wirkung auf Lymphozyten
Unter In-vitro-Bedingungen stimuliert FIP-fve die Proliferation menschlicher Lymphozyten.
Aktivierung des p38-MAPK-Signalwegs
Das Protein aktiviert die Kinase p38 MAPK in T-Lymphozyten und löst eine Signalkaskade aus.
Ausschüttung von IFN-gamma und IL-2
Das Ergebnis ist eine erhöhte Produktion der Zytokine IFN-gamma und IL-2 — beobachtet ausschließlich am isolierten Protein, nicht nach Verzehr der Fruchtkörper.
Evidenz: vorläufig — basierend auf 2 Studien in dieser Datenbank.
Vorteile
Häufige Mythen
MythosRegionen in Japan, die Enokitake anbauen, haben nachweislich eine niedrigere Krebsrate durch diesen Pilz.
FaktDie Beobachtungsstudie an Bauern aus der Präfektur Nagano war eine ökologische Studie ohne Kontrolle von Lebensstil und Ernährung — sie beweist keinen kausalen Zusammenhang.
MythosEnokitake kann man bedenkenlos roh essen.
FaktEnokitake war Quelle zahlreicher dokumentierter Listeria-monocytogenes-Ausbrüche — vor dem Verzehr immer gründlich garen.
Formen & Varianten
Enokitake (Flammulina velutipes) gibt es in mehreren Formen, die sich in Bioverfügbarkeit und Einsatzgebiet unterscheiden — die gewählte Form hat einen echten Einfluss auf die Wirksamkeit der Supplementierung.
Frische Bündel (Zuchtform)
Lange, dünne, weiße Stiele mit winzigen Hüten.
Am besten geeignet für: Personen, die Enokitake in ihre Ernährung einbauen möchten
Praxis
Häufig gestellte Fragen
Das wird nicht empfohlen. Enokitake war wiederholt Quelle von Listeria-monocytogenes-Ausbrüchen — die Fruchtkörper sollten immer gründlich gegart werden.
Dosierung & Einnahmezeit
Typische Dosis
Als Lebensmittel: ca. 50–100 g gekochte Fruchtkörper als Teil einer Mahlzeit
Form
Frische Bündel, getrocknete Fruchtkörper, Suppenzutat
Die Dosierungsangabe hat informativen Charakter und spiegelt die in den zitierten Studien verwendeten Bereiche wider — sie ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung.
Beste Einnahmezeiten
- Immer nach gründlichem Garen — niemals roh
Womit kombinieren
Gute Kombinationen
Shiitake (Lentinula edodes) — Häufige kulinarisch-funktionelle Kombination in Eintopfgerichten
Igel-Stachelbart (Lion's Mane) — Sich ergänzende Profile — Enokitake als Ernährungsbestandteil, Igelstachelbart als auf kognitive Funktionen ausgerichtetes Supplement
Sicherheit
Nebenwirkungen & Kontraindikationen
Mögliche Nebenwirkungen
Im Allgemeinen gut verträglich nach gründlichem Garen
Rohe oder unzureichend gegarte Fruchtkörper wurden wiederholt mit Listeria-monocytogenes-Ausbrüchen in Verbindung gebracht — vor dem Verzehr immer garen
Kontraindikationen
Pilzallergie
Schwangere, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem — rohe Fruchtkörper meiden
Wechselwirkungen
Keine bedeutenden, gut dokumentierten Interaktionen beim typischen kulinarischen Verzehr
Lohnt es sich?
Für wen geeignet
- Das Protein FIP-fve stimuliert in In-vitro-Studien T-Lymphozyten und erhöht die Ausschüttung von Interferon-gamma
- Der niedrige Kaloriengehalt und der hohe Ballaststoffgehalt machen Enokitake zu einer wertvollen Ergänzung der Ernährung
- Quelle von Beta-Glucanen, die die allgemeine Funktion des Immunsystems unterstützen
Nicht geeignet für
- Pilzallergie
- Schwangere, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem — rohe Fruchtkörper meiden
Evidenz
Wissenswertes
Der englische Name 'Velvet Foot' bezieht sich auf die wilde Form des Pilzes, deren Stielbasis mit samtigen Härchen bedeckt ist.
Studien
Das Protein FIP-fve aktiviert T-Lymphozyten und induziert über den p38-MAPK-Signalweg die Ausschüttung von Interferon-gamma — der Effekt wurde ausschließlich am isolierten Protein in vitro nachgewiesen, nicht nach Verzehr der Fruchtkörper.
Wang PH, et al., Journal of Agricultural and Food Chemistry, 2004
A new fungal immunomodulatory protein, FIP-fve isolated from the edible mushroom, Flammulina velutipes
ForschungshypotheseKo JL, Hsu CI, Lin RH, Kao CL, Lin JY · European Journal of Biochemistry · 1995
Die Arbeit, die das Protein FIP-fve isolierte und sequenzierte, zeigte dessen mitogene Wirkung auf menschliche Lymphozyten sowie die Fähigkeit, die Ausschüttung von IL-2 und IFN-gamma in vitro zu erhöhen.
Studie ansehenFungal immunomodulatory protein from Flammulina velutipes induces interferon-gamma production through p38 MAPK pathway
Vorläufige EvidenzWang PH, Hsu CI, Tang SC, Huang YL, Lin JY, Ko JL · Journal of Agricultural and Food Chemistry · 2004
FIP-fve aktiviert T-Lymphozyten und induziert über den p38-MAPK-Signalweg die Ausschüttung von Interferon-gamma — eine mechanistische Studie auf zellulärer Ebene.
Studie ansehenQuellen & Literaturverzeichnis
Die Zitate sind für diese Demoversion beispielhaft und erfordern vor der produktiven Veröffentlichung eine vollständige bibliografische Prüfung durch die Redaktion.
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Über die Autoren dieses Eintrags
Autor
Michał NowakKlinischer Ernährungsberater
Michał ist spezialisiert auf metabolische Ernährung, intermittierendes Fasten und Sportsupplementierung.
61 Veröffentlichungen auf dieser Seite
Fachliche Prüfung
dr Anna KowalczykChefredakteurin, Molekularbiologie
Anna leitet den redaktionellen Prozess und die wissenschaftliche Prüfung aller Beiträge in der Wissensdatenbank. Zuvor forschte sie zu Autophagie und Mitochondrienbiologie.
50 Veröffentlichungen auf dieser Seite
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Kommentare (2)
- KW
Kasia W. vor 2 Wochen
Sehr übersichtlich beschrieben, besonders der Abschnitt zu den Wechselwirkungen — das hatte ich so an keiner anderen Stelle gesehen.
- MT
Marek T. vor einem Monat
Plant ihr ein Update mit der neuesten Studie aus diesem Jahr? Ich habe eine interessante Metaanalyse gesehen.
