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Birkenporling (Fomitopsis betulina)

In Polen weit verbreiteter Baumschwamm auf Birken, bekannt durch den Fund bei den Überresten von Ötzi — historisch faszinierend, aber klinisch bislang unbestätigt als Nahrungsergänzungsmittel.

MNMichał NowakGeprüft von dr Piotr ZielińskiAktualisiert: 18. Juni 2026
Forschungshypothese
4.1

Anzahl der Studien

2

Sicherheit

Mäßig

Inhaltsverzeichnis

Kurz gesagt

In Polen weit verbreiteter Baumschwamm auf Birken, bekannt durch den Fund bei den Überresten von Ötzi — historisch faszinierend, aber klinisch bislang unbestätigt als Nahrungsergänzungsmittel.

  • In-vitro-Studien deuten auf eine antibakterielle und antiparasitäre Aktivität der Extrakte hin
  • Erste Laboruntersuchungen weisen auf eine mögliche krebshemmende Wirkung ausgewählter Verbindungen hin
  • Enthält Verbindungen mit in vitro dokumentierter entzündungshemmender Aktivität
Lateinischer NameFomitopsis betulina (früher Piptoporus betulinus)
FamilieBaumschwammverwandte (Fomitopsidaceae)
WirkstoffeAgaricinsäure, Betulin, Betulinsäure, Lupeol, Piptamin
FormTraditionell: getrocknete Fruchtkörperscheiben für Aufguss; kein standardisierter Handelsextrakt
ForschungsstandHypothese — ausschließlich in vitro, keine klinischen Studien am Menschen
WechselwirkungenUnbekannt — keine untersuchten Wechselwirkungen mit Medikamenten beim Menschen
StatusIn Polen weit verbreitet; tritt nicht als Nahrungsergänzungsmittel auf

Verstehen

Überblick

Der Birkenporling (Fomitopsis betulina, bis 2016 als Piptoporus betulinus klassifiziert) ist ein weitverbreiteter Baumschwamm, der fast ausschließlich Birken parasitiert. In Polen ist er sehr häufig. Internationale Bekanntheit erlangte der Pilz durch den Fund von Ötzi im Jahr 1991 — einer etwa 5300 Jahre alten Mumie, die in den Alpen gefunden wurde. Bei der Leiche wurden zwei auf eine Schnur gefädelte Stücke des Fruchtkörpers gefunden, was als bewusst mitgeführtes Set interpretiert wird, wahrscheinlich wegen des Gehalts an Agaricinsäure, die gegen den Peitschenwurm (einen Darmparasiten, dessen Eier im Darm von Ötzi nachgewiesen wurden) wirkt.

Historisch wurde der Pilz auch als Zunder und als Material zum Schärfen von Klingen verwendet. Moderne Laboruntersuchungen bestätigen das Vorhandensein von Verbindungen mit realer biologischer Aktivität, aber es gibt weder klinische Studien am Menschen noch einen etablierten Nahrungsergänzungsmittelmarkt.

Wem kann das wirklich nützen, und wem nicht? Bei einem so frühen Forschungsstand — ausschließlich in vitro, null Studien am Menschen — lässt sich kaum eine Gruppe benennen, für die der Birkenporling heute bewiesene gesundheitliche Vorteile hätte. Der Eintrag kann jedoch Menschen interessieren, die sich für Ethnobotanik, Medizingeschichte und Archäologie (das Ötzi-Thema) begeistern, sowie Pilzsammler, die diese Art von der wissenschaftlichen Seite kennenlernen möchten. Wegen des bitteren Geschmacks und des völligen Fehlens von Sicherheitsdaten gibt es keinen Grund, ihn als etwas zum regelmäßigen Verzehr zu betrachten.

Vorkommen

Der Birkenporling wächst fast ausschließlich auf Birken, parasitiert das Holz und verursacht Braunfäule. Er ist in ganz Polen sowie in der gesamten gemäßigten Zone der Nordhalbkugel weit verbreitet.

Geschichte der Anwendung

Der älteste dokumentierte Nutzungsbeleg stammt von vor etwa 5300 Jahren — von Ötzi, der zwei auf eine Schnur gefädelte Stücke des Fruchtkörpers bei sich trug, höchstwahrscheinlich wegen der gegen Darmparasiten wirkenden Agaricinsäure. In verschiedenen europäischen Kulturen wurde der Fruchtkörper auch als natürlicher Zunder und als Streifen zum Schärfen von Messern verwendet.

Wirkmechanismus

Die Fruchtkörper enthalten Triterpene (Agaricinsäure, Betulin und Betulinsäure, Lupeol) mit in vitro dokumentierter biologischer Aktivität. In Laboruntersuchungen zeigten Extrakte und isolierte Verbindungen antibakterielle, antiparasitäre, entzündungshemmende und zytotoxische Wirkung gegenüber ausgewählten Krebszelllinien.

Auf molekularer Ebene aktiviert Betulinsäure den mitochondrialen Apoptoseweg — sie destabilisiert die Mitochondrienmembran von Krebszellen, was zur Freisetzung von Cytochrom c und zur Aktivierung von Caspase-9, anschließend Caspase-3, führt. Agaricinsäure ist ein aus der bioenergetischen Biochemie klassisch bekannter Inhibitor des mitochondrialen Adenin-Nukleotid-Translokators (ADP/ATP-Translokase) — das ist der wahrscheinliche Mechanismus ihrer antiparasitären Wirkung. Aus dem Fruchtkörper wurde zudem Piptamin isoliert — eine Verbindung mit dokumentierter antibakterieller Aktivität.

1

Freisetzung von Triterpenen aus dem Fruchtkörper

Agaricinsäure, Betulin, Betulinsäure und Lupeol werden unter Laborbedingungen aus dem Pilzgewebe extrahiert.

2

Störung der mitochondrialen Energieproduktion

Agaricinsäure hemmt die ADP/ATP-Translokase — der theoretische Mechanismus ihrer antiparasitären Wirkung.

3

Aktivierung des mitochondrialen Apoptosewegs

Betulinsäure führt in vitro zur Freisetzung von Cytochrom c und einer Caspase-Kaskade in Krebszellen.

4

Antibakterielle Wirkung von Piptamin

Hemmung des Wachstums ausgewählter Bakterienstämme unter Laborbedingungen.

Evidenz: begrenzt — basierend auf 2 Studien in dieser Datenbank.

Vorteile

In-vitro-Studien deuten auf eine antibakterielle und antiparasitäre Aktivität der Extrakte hin
Erste Laboruntersuchungen weisen auf eine mögliche krebshemmende Wirkung ausgewählter Verbindungen hin
Enthält Verbindungen mit in vitro dokumentierter entzündungshemmender Aktivität
Hat historische und pädagogische Bedeutung — ein reales Beispiel für die Nutzung von Pilzen durch Menschen vor Jahrtausenden

Häufige Mythen

MythosDa Ötzi diesen Pilz bei sich trug, ist wissenschaftlich bewiesen, dass er Darmparasiten heilte.

FaktDas ist eine plausible archäologische Hypothese, bleibt aber eine Interpretation und kein bewiesener medizinischer Fakt.

Formen & Varianten

Birkenporling (Fomitopsis betulina) gibt es in mehreren Formen, die sich in Bioverfügbarkeit und Einsatzgebiet unterscheiden — die gewählte Form hat einen echten Einfluss auf die Wirksamkeit der Supplementierung.

Getrockneter Fruchtkörper (Scheiben)

Die häufigste traditionelle Nutzungsform — geschnitten und getrocknet zum Aufbrühen.

Am besten geeignet für: Traditioneller Sud/Kräutertee

Praxis

Häufig gestellte Fragen

Das ist nicht sicher bekannt. Es gibt ein starkes Indiz (Agaricinsäure + Parasiteneier im Darm), aber keinen Beweis.

Dosierung & Einnahmezeit

Typische Dosis

Keine standardisierte, sichere Dosis festgelegt — wird nicht als typisches Nahrungsergänzungsmittel verkauft

Form

Traditionell: getrocknete Fruchtkörperscheiben zum Aufbrühen als Sud

Die Informationen sind pädagogischer und historischer Natur und stellen keine Dosierungsempfehlung dar.

Beste Einnahmezeiten

  • Kein festgelegtes Schema

Sicherheit

Nebenwirkungen & Kontraindikationen

Mögliche Nebenwirkungen

Keine klinischen Studien zur Bewertung der Verzehrsicherheit beim Menschen

Der Fruchtkörper hat einen sehr bitteren Geschmack — in größeren Mengen kann er Magen-Darm-Beschwerden verursachen

Kontraindikationen

Schwangerschaft und Stillzeit

Kinder — keine Daten

Bekannte Pilzallergie

Wechselwirkungen

Keine dokumentierten Untersuchungen zu Wechselwirkungen mit Medikamenten beim Menschen

Lohnt es sich?

Für wen geeignet

  • In-vitro-Studien deuten auf eine antibakterielle und antiparasitäre Aktivität der Extrakte hin
  • Erste Laboruntersuchungen weisen auf eine mögliche krebshemmende Wirkung ausgewählter Verbindungen hin
  • Enthält Verbindungen mit in vitro dokumentierter entzündungshemmender Aktivität

Nicht geeignet für

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Kinder — keine Daten
  • Bekannte Pilzallergie

Evidenz

Wissenswertes

Der bei Ötzi gefundene, etwa 5300 Jahre alte Fruchtkörper ist eines der ältesten bekannten Beispiele für die Nutzung von Pilzen durch den Menschen.

Das elastische Gewebe des Fruchtkörpers wurde traditionell zum Schärfen von Rasiermessern und Messern verwendet.

Studien

Der Ethanolextrakt des Birkenporlings begrenzte dosisabhängig die Proliferation und Lebensfähigkeit von Melanomzellen in vitro, bei relativ geringer Zytotoxizität gegenüber normalen Fibroblasten.

Bożek J. i wsp., International Journal of Molecular Sciences, 2022

Fomitopsis betulina (formerly Piptoporus betulinus): the Iceman's polypore fungus with modern biotechnological potential

Vorläufige Evidenz

Pleszczyńska M, Lemieszek MK, Siwulski M, Wiater A, Rzeski W, Szczodrak J · World Journal of Microbiology and Biotechnology · 2017

Ein Literaturüberblick zu historischen und modernen Laboruntersuchungen — dokumentierte in-vitro antibakterielle, antiparasitäre, entzündungshemmende und krebshemmende Aktivität, bei fehlenden klinischen Studien.

Studie ansehen

Effects of Piptoporus betulinus Ethanolic Extract on the Proliferation and Viability of Melanoma Cells

Forschungshypothese

Bożek J, et al. · International Journal of Molecular Sciences · 2022

Der Extrakt begrenzte dosisabhängig die Proliferation und Lebensfähigkeit von Melanomzellen in vitro, bei relativ geringer Zytotoxizität gegenüber normalen Fibroblasten.

Studie ansehen

Quellen & Literaturverzeichnis

Die Zitate sind für diese Demoversion beispielhaft und erfordern vor der produktiven Veröffentlichung eine vollständige bibliografische Prüfung durch die Redaktion.

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Über die Autoren dieses Eintrags

MN

Autor

Michał Nowak

Klinischer Ernährungsberater

Michał ist spezialisiert auf metabolische Ernährung, intermittierendes Fasten und Sportsupplementierung.

61 Veröffentlichungen auf dieser Seite

PZ

Fachliche Prüfung

dr Piotr Zieliński

Endokrinologe

Piotr prüft Inhalte zu Hormonen, metabolischer Gesundheit und der Pharmakologie von Nahrungsergänzungsmitteln.

131 Veröffentlichungen auf dieser Seite

Veröffentlicht: 12. März 2025Aktualisiert: 18. Juni 2026

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Kommentare (2)

  • KW

    Kasia W. vor 2 Wochen

    Sehr übersichtlich beschrieben, besonders der Abschnitt zu den Wechselwirkungen — das hatte ich so an keiner anderen Stelle gesehen.

  • MT

    Marek T. vor einem Monat

    Plant ihr ein Update mit der neuesten Studie aus diesem Jahr? Ich habe eine interessante Metaanalyse gesehen.