Rötende Tramete (Cerrena unicolor)
Ein in Europa weit verbreiteter Baumpilz, der totes Laubholz zersetzt und in der Biotechnologie vor allem als Quelle des Enzyms Laccase bekannt ist — ohne kulinarische oder supplementäre Tradition und ohne Studien am Menschen.
Anzahl der Studien
2
Sicherheit
Mäßig
Wirkungseintritt
Nicht zutreffend — die Art wird nicht als Nahrungsergänzungsmittel verwendet.
Für wen geeignet
Inhaltsverzeichnis
Kurz gesagt
Ein in Europa weit verbreiteter Baumpilz, der totes Laubholz zersetzt und in der Biotechnologie vor allem als Quelle des Enzyms Laccase bekannt ist — ohne kulinarische oder supplementäre Tradition und ohne Studien am Menschen.
- →Antivirale und immunstimulierende Aktivität der Laccase- und Polysaccharidfraktion, ausschließlich unter In-vitro-Bedingungen nachgewiesen
- →Zytotoxische Wirkung einiger Fraktionen gegenüber Krebszelllinien in der Laborkultur
- →Enzymatisches Potenzial (Laccase) in der industriellen Biotechnologie
| Lateinischer Name | Cerrena unicolor |
|---|---|
| Familie | Stielporlingsverwandte (Polyporaceae) |
| Wirkstoffe | Laccase (Enzym), Exopolysaccharid, nicht charakterisierte zytotoxische Verbindungen |
| Form | Keine Verbraucherform — ausschließlich gereinigte Enzyme und Laborfraktionen |
| Forschungsstand | Vorläufig — ausschließlich in vitro, keinerlei Tier- oder Humanstudien |
| Interaktionen | Nicht zutreffend |
| Status | Ungenießbarer saprotropher Pilz; kein Nahrungsergänzungsmittelmarkt |
Verstehen
Überblick
Cerrena unicolor ist ein weit verbreiteter saprotropher Pilz, der Weißfäule in Laubholz verursacht. Er bildet dünne, fächerförmige Fruchtkörper mit einer filzigen, grünlich-grauen Oberseite. Die Fruchtkörper sind hart und korkig — der Pilz gilt als ungenießbar.
Cerrena unicolor hat weder eine kulinarische noch eine supplementäre Tradition. In der Literatur taucht die Art in zwei Kontexten auf: ökologisch (Symbiose mit Riesenholzwespen) und biotechnologisch, als Quelle des Enzyms Laccase, das im Hinblick auf Anwendungen in der Bioremediation untersucht wird.
Wem kann das nützen? Aktuell niemandem als Quelle für ein Nahrungsergänzungsmittel oder Lebensmittel — der Pilz ist ungenießbar, es existiert keine Verzehrform, und alle beschriebenen Effekte stammen ausschließlich aus Zellkulturen im Reagenzglas. Der Eintrag kann für Forscher der enzymatischen Biotechnologie interessant sein, die Laccase-Anwendungen in der Bioremediation verfolgen, sowie für Mykologen und Entomologen, die sich für die Symbiose des Pilzes mit Riesenholzwespen interessieren.
Vorkommen
Cerrena unicolor ist in Europa, Nordamerika und Asien weit verbreitet und entwickelt sich als saprotropher Pilz auf totem Laubholz. Charakteristisch ist ihre Symbiose mit Riesenholzwespen (Tremex), die die Pilzsporen zusammen mit ihren Eiern in das Holz einbringen.
Wirkmechanismus
Es wurde kein für die menschliche Gesundheit relevanter Wirkmechanismus festgestellt. In Laborstudien wurden drei Fraktionen mit In-vitro-Aktivität beschrieben: gereinigte Laccase (antiviral wirksam gegen HSV), eine exopolysaccharidische Fraktion (stimuliert Makrophagen) sowie zytotoxische Verbindungen gegenüber Krebszelllinien.
Laccase ist ein kupferabhängiges oxidoreduktives Enzym, das die Oxidation phenolischer und aromatischer Verbindungen katalysiert, während molekularer Sauerstoff zu Wasser reduziert wird. Dieselbe katalytische Aktivität, die im Reagenzglas eine antivirale Wirkung gegen HSV zeigte, wird in der Biotechnologie zum Abbau schwer abbaubarer Umweltschadstoffe genutzt.
Laccase-Katalyse
Das kupferabhängige oxidoreduktive Enzym oxidiert phenolische und aromatische Verbindungen und reduziert dabei molekularen Sauerstoff zu Wasser.
Abbau von Umweltschadstoffen
Dieselbe katalytische Aktivität wird im Hinblick auf den Abbau von Aflatoxin B1 und Pestiziden in der Bioremediation untersucht.
Antivirale Aktivität in vitro
Gereinigte Laccase zeigte in der Zellkultur eine antivirale Wirkung gegen HSV.
Stimulation von Makrophagen durch das Exopolysaccharid
Eine separate Polysaccharidfraktion regte unter Laborbedingungen die Aktivität von Makrophagen an.
Evidenz: vorläufig — basierend auf 2 Studien in dieser Datenbank.
Vorteile
Häufige Mythen
MythosDa Cerrena unicolor im Reagenzglas Verbindungen mit antiviraler Wirkung produziert, kann man sie ähnlich wie Reishi oder den Igelstachelbart verwenden.
FaktAlle Ergebnisse stammen ausschließlich aus In-vitro-Studien — es wurden keinerlei Tier- oder Humanstudien durchgeführt.
Praxis
Häufig gestellte Fragen
Nein. Die verfügbaren Studien betreffen ausschließlich gereinigte Enzyme und Laborfraktionen, die in der industriellen Biotechnologie eingesetzt werden.
Dosierung & Einnahmezeit
Typische Dosis
Nicht zutreffend — es existiert weder eine Supplementform noch eine festgelegte Dosis für den Menschen
Form
Keine Handelsprodukte
Alle verfügbaren Daten stammen aus In-vitro-Studien. Cerrena unicolor als Funktionspilz zu betrachten wäre eine Überinterpretation des aktuellen Wissensstands.
Beste Einnahmezeiten
- Nicht zutreffend
Sicherheit
Nebenwirkungen & Kontraindikationen
Mögliche Nebenwirkungen
Keine Daten zu unerwünschten Wirkungen beim Menschen
Die Fruchtkörper gelten aufgrund ihrer harten Konsistenz als ungenießbar
Kontraindikationen
Keine festgelegten Kontraindikationen, da die Art beim Menschen überhaupt nicht angewendet wird
Wechselwirkungen
Keine dokumentierten Interaktionen
Lohnt es sich?
Für wen geeignet
- Mykologen und Biologen, die sich mit Holzabbau befassen
- Forscher der enzymatischen Biotechnologie
Nicht geeignet für
- Keine festgelegten Kontraindikationen, da die Art beim Menschen überhaupt nicht angewendet wird
Evidenz
Wissenswertes
Weibchen der Riesenholzwespe (Tremex) übertragen Sporen von C. unicolor und bringen sie zusammen mit ihren Eiern in das Holz von Laubbäumen ein.
Laccasen aus C. unicolor sind Gegenstand biotechnologischer Forschung zum Abbau von Aflatoxin B1 und Pestiziden.
Studien
Eine In-vitro-Studie zu drei Fraktionen aus Cerrena unicolor zeigte eine antivirale Aktivität der Laccase gegen das Herpes-simplex-Virus (HSV), eine Stimulation von Makrophagen durch die Polysaccharidfraktion sowie eine Zytotoxizität gegenüber Gebärmutterhalskrebszellen.
Mizerska-Dudka M. i wsp., International Journal of Biological Macromolecules, 2015
Fungus Cerrena unicolor as an effective source of new antiviral, immunomodulatory, and anticancer compounds
Vorläufige EvidenzMizerska-Dudka M, Jaszek M, Błachowicz A, et al. · International Journal of Biological Macromolecules · 2015
Eine In-vitro-Studie zu drei Fraktionen zeigte eine antivirale Aktivität der Laccase gegen HSV, eine Stimulation von Makrophagen durch die Polysaccharidfraktion sowie eine Zytotoxizität gegenüber Gebärmutterhalskrebszellen.
Studie ansehenCerrena unicolor Laccases, Genes Expression and Regulation of Activity
Vorläufige EvidenzPawlik A, Ciołek B, Sulej J, et al. · Biomolecules · 2021
Eine experimentelle Arbeit zur Regulation der Laccase-Genexpression unter dem Einfluss von Metallionen und Temperatur — eine rein biotechnologische Studie.
Studie ansehenQuellen & Literaturverzeichnis
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Über die Autoren dieses Eintrags
Autor
Michał NowakKlinischer Ernährungsberater
Michał ist spezialisiert auf metabolische Ernährung, intermittierendes Fasten und Sportsupplementierung.
61 Veröffentlichungen auf dieser Seite
Fachliche Prüfung
dr Piotr ZielińskiEndokrinologe
Piotr prüft Inhalte zu Hormonen, metabolischer Gesundheit und der Pharmakologie von Nahrungsergänzungsmitteln.
131 Veröffentlichungen auf dieser Seite
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Kommentare (2)
- KW
Kasia W. vor 2 Wochen
Sehr übersichtlich beschrieben, besonders der Abschnitt zu den Wechselwirkungen — das hatte ich so an keiner anderen Stelle gesehen.
- MT
Marek T. vor einem Monat
Plant ihr ein Update mit der neuesten Studie aus diesem Jahr? Ich habe eine interessante Metaanalyse gesehen.
