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HOMA-IR: Wie man ihn berechnet und das Ergebnis richtig deutet

HOMA-IR ist ein einfacher Index der Insulinresistenz, berechnet aus Nüchternglukose und Nüchterninsulin: Glukose (mg/dl) × Insulin (µIU/ml) / 405 oder Glukose (mmol/l) × Insulin (µIU/ml) / 22,5. Das Ergebnis ist nützlich, doch es gibt keinen einzigen universellen Normgrenzwert: Schwellen unterscheiden sich zwischen Bevölkerungen, Geschlecht, Alter und Insulin-Messmethoden, und eine einzelne Messung kann stark fehlerbehaftet sein. Wir zeigen die Formel Schritt für Schritt mit Beispielen, erklären die Grenzen im Vergleich zum euglykämischen Clamp und anderen Indizes und was Studien über den Zusammenhang eines hohen HOMA-IR mit Diabetes, Bluthochdruck und kardiovaskulären Ereignissen sagen.

Redakcja VitMode — Żywienie, suplementy i treningdas VitMode-Redaktionsteam, ohne namentliche AutorenVeröffentlicht13 Min. Lesezeit
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Inhaltsverzeichnis

Was ist HOMA-IR und wie berechnet man ihn? Die kurze Antwort

Beispiel: Eine Nüchternglukose von 95 mg/dl (5,3 mmol/l) und Insulin von 8 µIU/ml ergeben HOMA-IR = 95 × 8 / 405 = 1,88; dasselbe Ergebnis liefert die mmol/l-Formel: 5,3 × 8 / 22,5 = 1,88. Bei Glukose 108 mg/dl und Insulin 14 µIU/ml beträgt das Ergebnis 108 × 14 / 405 = 3,73. Der erste Wert liegt in einem Bereich, der oft als normal oder grenzwertig gilt, der zweite ist nach den meisten gebräuchlichen Schwellen deutlich erhöht. Entscheidend ist jedoch, dass das Ergebnis nur so verlässlich ist wie die beiden Messungen, auf denen es beruht.

In diesem Artikel erklären wir, was der Index genau misst, wie man Einheiten umrechnet, warum es keinen einzigen Normbereich gibt, welche Grenzen der Test hat und was man mit einem hohen Ergebnis tut. Das Phänomen hohen Insulins bei normaler Glukose behandeln wir in der Wissensdatenbank, und das gesonderte Problem der Abweichungen zwischen HbA1c und Nüchternblutzucker im vorherigen Text dieser Reihe.

Die Formel Schritt für Schritt: Einheiten von Glukose und Insulin

Der häufigste Fehler bei der manuellen Berechnung von HOMA-IR ist die Verwechslung der Einheiten. Labore geben Glukose in mg/dl oder mmol/l an (1 mmol/l entspricht etwa 18 mg/dl) und Insulin in µIU/ml (oder mIU/l — derselbe Zahlenwert) oder in pmol/l. Die Formel mit 405 verlangt Glukose in mg/dl, die Formel mit 22,5 mmol/l, und bei beiden muss das Insulin in µIU/ml vorliegen. Gibt das Labor Insulin in pmol/l an, muss es zuerst in µIU/ml umgerechnet werden, indem man durch etwa 6,945 teilt (1 µIU/ml entspricht etwa 6,9 pmol/l; in der Literatur findet sich auch die Näherung 6,0, prüfen Sie bei pmol/l also immer, welchen Faktor Ihr Rechner verwendet).

EingangsdatenFormelBeispielErgebnis
Glukose in mg/dl, Insulin in µIU/mlGlukose × Insulin / 40595 mg/dl, 8 µIU/ml1,88
Glukose in mmol/l, Insulin in µIU/mlGlukose × Insulin / 22,55,3 mmol/l, 8 µIU/ml1,88
Glukose in mg/dl, Insulin in pmol/lerst Insulin (pmol/l) / 6,945, dann die 405-Formel95 mg/dl, 55,6 pmol/l (≈ 8 µIU/ml)ca. 1,88
Glukose in mg/dl, Insulin in µIU/ml (erhöhtes Ergebnis)Glukose × Insulin / 405108 mg/dl, 14 µIU/ml3,73
HOMA-IR-Formeln und Einheitenumrechnung

Woher HOMA-IR stammt und was er genau misst

Das HOMA-Modell wurde 1985 von Matthews et al. beschrieben. Es beruht auf einer einfachen Idee: Im Nüchternzustand ergeben sich die Konzentrationen von Glukose und Insulin im Blut aus einer Rückkopplungsschleife zwischen der Leber, die Glukose produziert, und der Bauchspeicheldrüse, die Insulin ausschüttet. Vergleicht man gemessene Werte mit den Vorhersagen eines Computermodells, lässt sich abschätzen, welcher Teil der Abweichung auf die Resistenz der Gewebe gegenüber Insulin und welcher auf eine unzureichende Beta-Zell-Funktion zurückgeht. Die vereinfachten Formeln (405 und 22,5) sind eine Näherung dieses Modells, die sich leicht mit dem Taschenrechner ausrechnen lässt.

Der Übersichtsartikel von Wallace, Levy und Matthews aus dem Jahr 2004, verfasst von den Entwicklern der Methode, ordnet ihre Anwendungen. Er hebt hervor, dass HOMA ein weit verbreitetes klinisches und epidemiologisches Instrument ist, gegen verschiedene physiologische Methoden validiert, und dass es den Vorteil hat, nur eine einzige Plasmaprobe zu benötigen. Die Autoren betonen jedoch, dass das Ergebnis nur dann verlässlich ist, wenn die Eingangsdaten solide sind, und dass der Index am besten in Kohorten- und epidemiologischen Studien funktioniert und nicht als alleiniges Maß der Beta-Zell-Funktion. Für die Patientin oder den Patienten heißt das: HOMA-IR ist ein gutes Screening- und Vergleichsinstrument, aber keine präzise Messung.

Man sollte auch bedenken, was HOMA-IR misst und was nicht. Er beruht auf dem Nüchternzustand und spiegelt daher vor allem die Insulinresistenz der Leber wider, also wie leicht Insulin die nächtliche Glukoseproduktion hemmt, und nicht, wie wirksam die Muskulatur nach einer Mahlzeit Glukose aufnimmt. Eine Person mit normalem HOMA-IR kann also eine Glukoseintoleranz nach Belastung haben, und umgekehrt. Deshalb greifen Ärztinnen und Ärzte in unklaren Situationen auch zu einem Glukosetoleranztest.

Was ist ein normaler HOMA-IR? Warum es keinen einzigen Grenzwert gibt

Patientinnen und Patienten suchen oft eine Antwort auf die Frage 'ab welchem Wert habe ich eine Insulinresistenz'. Die ehrliche Antwort lautet: Es gibt keine einzige, für alle gültige Grenze. In polnischen Laboren und Beschreibungen im Internet begegnen am häufigsten Schwellen um 2,0–2,5 (manchmal niedriger, z. B. 1,9, oder höher, z. B. 2,9), doch sie stammen aus verschiedenen Populationen und Methoden, und Studien zeigen, wie stark das Ergebnis davon abhängt, wie der Grenzwert bestimmt wird.

Dasselbe Fazit ergibt sich aus dem Übersichtsartikel von Tahapary et al. (2022): Es besteht eine hohe Variabilität der zur Definition der Insulinresistenz verwendeten HOMA-IR-Schwellen, und die Verteilung des Index hängt von demografischen Merkmalen der Untersuchten wie Alter, Geschlecht und Ethnie ab, was die Bestimmung des optimalen Grenzwerts erschwert. Die Autoren fügen hinzu, dass eine einfachere Alternative, die keine Insulinmessung erfordert, der TyG-Index (aus Triglyzeriden und Glukose) ist, doch auch dafür sind die Schwellen uneinheitlich. Die Übertragung einer Grenze von einer Bevölkerung (z. B. spanisch, asiatisch, amerikanisch) auf eine andere ohne Validierung ist daher riskant.

Quelle oder KontextHOMA-IR-SchwelleWie sie bestimmt wurde
Spanische Bevölkerung (EPIRCE), Perzentilkriterium3,4690. Perzentil der Verteilung in der Allgemeinbevölkerung
Dieselbe Bevölkerung, kardiometabolisches Risikokriterium2,05Beste Treffsicherheit bei der Erkennung des metabolischen Syndroms
Dieselbe Bevölkerung, nicht diabetische Männer1,85Beste Treffsicherheit bei der Erkennung des metabolischen Syndroms bei Männern
Typische Schwellen in Laboren und Beschreibungen im Internetca. 2,0–2,5 (manchmal 1,9 oder 2,9)Meist ohne Angabe von Bevölkerung und Insulin-Messmethode
Beispielhafte HOMA-IR-Schwellen aus Studien und Praxis — warum sie nicht als absolute Normen gelten können

Warum ein einzelnes Ergebnis unzuverlässig sein kann: das Problem der Insulinmessung

Während Glukose mit gut standardisierten Methoden gemessen wird, ist die Insulinmessung zwischen den Laboren deutlich weniger konsistent. Der Bericht einer Arbeitsgruppe der American Diabetes Association (Marcovina et al., 2007), die 12 kommerzielle Methoden von 9 Herstellern bewertete, ergab Variationskoeffizienten innerhalb eines Assays von 3,7 % bis 39,0 % und zwischen verschiedenen Methoden von 12 % bis 66 % (Median 24 %). Die Verwendung einer gemeinsamen Insulin-Referenzpräparation verbesserte die Übereinstimmung zwischen den Methoden nicht. Da Insulin eine der beiden Variablen der HOMA-IR-Formel ist, überträgt sich seine Unsicherheit direkt auf das Ergebnis des Index.

In der Praxis bedeutet das, dass dieselbe Blutprobe, mit zwei verschiedenen Methoden gemessen, Insulinwerte liefern kann, die um mehrere Zehnerprozent differieren, und damit auch HOMA-IR um einen ähnlichen Betrag. Zudem wird Insulin pulsatil ausgeschüttet, sodass selbst unter gleichen Bedingungen eine einzelne Abnahme schwanken kann. Aus diesen Gründen ist der Vergleich von HOMA-IR-Ergebnissen verschiedener Labore unsicher, und Veränderungen unterhalb einiger Zehnerprozent lassen sich ohne Wiederholung kaum als real werten. Bei grenzwertigen Ergebnissen ist es am vernünftigsten, sich auf zwei oder mehr Messungen im selben Labor zu stützen.

Mythos

Ein HOMA-IR über 2,5 bedeutet Insulinresistenz, und man muss sofort handeln, unterhalb dieses Werts ist alles in Ordnung.

Fakt

Die Grenze von 2,5 ist eine von vielen gebräuchlichen, und Studien zeigen, dass der optimale Schwellenwert je nach Bevölkerung, Geschlecht, Alter und Kriterium von etwa 1,85 bis 3,46 reichen kann. Zudem hängt das Ergebnis von der Insulin-Messmethode ab, deren Variabilität zwischen den Methoden mehrere Zehnerprozent erreicht. HOMA-IR ist also ein Richtindex: Ein Wert von 2,6 ist keine 'Krankheit', und 2,3 garantiert keine normale Empfindlichkeit. Es zählt der Kontext: Taillenumfang, Blutdruck, Blutfette, Glukose, HbA1c, Begleiterkrankungen.

HOMA-IR im Vergleich zum euglykämischen Clamp und anderen Indizes: Wie gut ist der Test?

Der Goldstandard zur Messung der Insulinempfindlichkeit ist der hyperinsulinämisch-euglykämische Clamp, ein Forschungsverfahren, bei dem Insulin und Glukose intravenös gegeben werden und gemessen wird, wie viel Glukose der Körper verwerten kann. Er ist zeitaufwendig und nicht routinemäßig verfügbar, deshalb sucht man nach Ersatzindizes. Die Metaanalyse von Otten et al. (2014) trug die Korrelationen solcher Indizes mit dem Clamp zusammen. Unter den auf einer Nüchternprobe beruhenden Indizes hatten das revidierte QUICKI (r=0,68), QUICKI (r=0,61), log HOMA-IR (r=−0,60) und HOMA-%S (r=0,57) die stärksten Korrelationen, unter den OGTT-basierten Stumvoll MCR und OGIS (r=0,70), Matsuda (r=0,67), Stumvoll ISI (r=0,67) und Gutt (r=0,65).

Aus dieser Arbeit ergeben sich zwei Schlüsse. Erstens korreliert HOMA-IR (besonders nach logarithmischer Transformation) mit dem Clamp mäßig gut, bei etwa 0,6, und weicht nicht wesentlich von anderen einfachen Indizes aus einer Nüchternprobe ab. Zweitens sind OGTT-basierte Indizes nicht eindeutig besser als der beste Nüchternprobenindex. Die Autoren hielten das revidierte QUICKI für ebenso gut wie die besten OGTT-Maße und empfehlen es für große klinische Studien. Eine Korrelation von etwa 0,6 bedeutet, dass HOMA-IR ungefähr ein Drittel der im Clamp gemessenen Variabilität der Insulinempfindlichkeit erklärt, was zeigt, dass der Index eine Näherung und keine präzise Messung ist.

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Was ein hoher HOMA-IR vorhersagt: Daten aus großen Metaanalysen

Für die Praxis folgt daraus Mehreres. HOMA-IR hat einen realen prognostischen Wert, denn Personen mit höheren Werten erkranken häufiger an Diabetes und Bluthochdruck und erleiden häufiger nicht tödliche kardiovaskuläre Ereignisse. Zugleich handelt es sich um Beobachtungsstudien, sie beweisen also nicht, dass der Index selbst eine Ursache ist, und die Stärke des Zusammenhangs (HR 1,3–1,9) ist mäßig. Das Fehlen eines Zusammenhangs mit tödlichen kardiovaskulären Ereignissen und der Krebssterblichkeit in dieser Metaanalyse warnt davor, einem hohen HOMA-IR den Charakter eines 'Urteils' zuzuschreiben. Er ist ein Risikoindikator, der vor allem im Zusammenspiel mit anderen Faktoren Sinn ergibt.

Was tun bei hohem HOMA-IR: praktische Schritte

Ein hohes HOMA-IR-Ergebnis ist keine Diagnose, sondern ein Signal für eine umfassendere Beurteilung. Der erste Schritt ist die Bestätigung: Wiederholung der Untersuchung unter gleichen Bedingungen und im selben Labor. Der zweite ist die Zusammenschau mit anderen Daten: Taillenumfang, Körpergewicht, Blutdruck, Blutfette (Triglyzeride, HDL), Nüchternglukose, HbA1c, Leberenzyme (eine Fettleber geht häufig mit Insulinresistenz einher), bei Frauen Symptome eines polyzystischen Ovarsyndroms. Ist das Ergebnis grenzwertig oder passt es nicht zum klinischen Bild, kann die Ärztin oder der Arzt einen Glukosetoleranztest veranlassen, in ausgewählten Fällen mit Insulinbestimmung.

Die Belege für den Nutzen von Lebensstiländerungen stammen hauptsächlich aus Studien zum Prädiabetes: Der Übersichtsartikel im Lancet (Tabák et al., 2012) weist darauf hin, dass Lebensstilinterventionen bei Menschen mit Prädiabetes mit einer relativen Verringerung des Diabetesrisikos um 40–70 % einhergehen. Zu betonen ist jedoch, dass sich diese Daten auf das Diabetesrisiko beziehen und nicht auf den HOMA-IR-Index selbst, der nur ein indirektes Maß ist. Es gibt keine guten Belege dafür, dass die Senkung des HOMA-IR an sich, unabhängig von der Verringerung des viszeralen Fetts und der Verbesserung der Fitness, gesundheitlichen Nutzen bringt.

Wann HOMA-IR eine Konsultation erfordert und was er nicht klärt

HOMA-IR im Überblick

FrageKurze Antwort
Wie lautet die Formel?Glukose (mg/dl) × Insulin (µIU/ml) / 405 oder Glukose (mmol/l) × Insulin (µIU/ml) / 22,5
Was misst er?Die nüchterne Insulinresistenz (hauptsächlich hepatisch) und indirekt die Beta-Zell-Kapazität
Wie gut korreliert er mit dem Clamp?In der Originalarbeit Rs=0,88; in einer Metaanalyse log HOMA-IR r=−0,60, ähnlich wie QUICKI (r=0,61)
Was ist der Normbereich?Keiner einheitlich: etwa 1,85–3,46 je nach Bevölkerung und Kriterium (EPIRCE-Studie); in Laboren meist 2,0–2,5
Warum ist das Ergebnis manchmal unsicher?Variabilität der Insulinmessungen zwischen den Methoden (Median 24 %, bis 66 %), pulsatile Sekretion, Präanalytik
Was sagt er voraus?Höheres Risiko für Typ-2-Diabetes (HR 1,87), Bluthochdruck (HR 1,35) und nicht tödliche kardiovaskuläre Ereignisse (HR 1,46)
Die wichtigsten Fakten zu HOMA-IR

Unsere redaktionelle Empfehlung

HOMA-IR ist ein Werkzeug, das man leicht überschätzt und leicht abtut. Überschätzt wird er, wenn ein Ergebnis von 2,6 als Diagnose und 2,4 als Gesundheit gilt und die Unsicherheit der Insulinmessungen sowie das Fehlen universeller Schwellen vergessen werden. Abgetan wird er, wenn ein hoher Wert nur deshalb verworfen wird, weil die Glukose normal ist, obwohl der Index gerade dann den größten Sinn hat: als frühes Signal, dass der Körper mehr Insulin braucht, als er sollte. Vernünftig ist es, ihn als ein Element einer umfassenderen Beurteilung zu nutzen, unter gleichen Bedingungen zu wiederholen und Entscheidungen auf den klinischen Zusammenhang zu stützen.

HOMA-IR beantwortet nicht die Frage 'bin ich krank', sondern die Frage 'wie viel Insulin kostet es mich, diese Glukose zu halten'. Diese Frage verdient eine Antwort, aber keine panische Reaktion auf eine einzelne Zahl.
VitMode-Redaktion

Häufig gestellte Fragen

Die Formel für Glukose in mg/dl lautet: Glukose (mg/dl) × Insulin (µIU/ml) / 405. Für Glukose in mmol/l: Glukose (mmol/l) × Insulin (µIU/ml) / 22,5. Zum Beispiel ergeben Glukose 95 mg/dl (5,3 mmol/l) und Insulin 8 µIU/ml 1,88. Beide Versionen der Formel liefern dasselbe Ergebnis, solange Insulin in µIU/ml vorliegt (liegt es in pmol/l vor, teilen Sie es zuerst durch etwa 6,945).

Es gibt keine einzige universelle Norm. In Laboren begegnen am häufigsten Schwellen um 2,0–2,5, doch Bevölkerungsstudien zeigen, dass der optimale Schwellenwert von Bevölkerung, Alter, Geschlecht und Kriterium abhängt: In der EPIRCE-Studie reichte er von 1,85 bei nicht diabetischen Männern über 2,05 bis 3,46 beim 90.-Perzentil-Kriterium. Prüfen Sie stets den auf Ihrem eigenen Befund gedruckten Referenzbereich und besprechen Sie die Interpretation mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Er ist ein Richtindex, keine Diagnose. Die Korrelation von HOMA-IR mit dem euglykämischen Clamp (dem Goldstandard) ist mäßig (in einer Metaanalyse etwa 0,6 für log HOMA-IR), und das Ergebnis hängt von der Genauigkeit der Glukose- und Insulinmessungen ab. Die Diagnose einer Insulinresistenz und ihrer klinischen Bedeutung erfordert die Zusammenschau mit anderen Daten: Taillenumfang, Blutdruck, Blutfette, Glukose, HbA1c.

Ja, und gerade dann hat er den größten Informationswert. Bei früher Insulinresistenz schüttet die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin aus und hält die Glukose im Normbereich, sodass die Glukose normal ist, während Insulin und HOMA-IR steigen. Ausführlicher besprechen wir das in der Wissensdatenbank im Eintrag zu hohem Insulin trotz normaler Glukose.

Bleiben Sie mindestens 8, besser 10–12 Stunden nüchtern, trinken Sie nur Wasser, meiden Sie Alkohol und intensives Training am Vortag und schlafen Sie die Nacht durch. Lassen Sie die Blutabnahme morgens durchführen. Lassen Sie Glukose und Insulin aus derselben Probe bestimmen, bei Wiederholungen im selben Labor, da sich die Insulin-Messmethoden zwischen Herstellern um mehrere Zehnerprozent unterscheiden.

Ja, in Beobachtungsstudien. Eine Metaanalyse von 38 Studien (215 878 Teilnehmende) zeigte, dass ein höherer HOMA-IR mit einem höheren Risiko für Typ-2-Diabetes (HR 1,87), Bluthochdruck (HR 1,35) und nicht tödliche kardiovaskuläre Ereignisse (HR 1,46) verbunden war, nicht aber mit tödlichen kardiovaskulären Ereignissen oder Krebssterblichkeit. Es ist ein statistischer Zusammenhang, kein Beweis für Kausalität.

Wiederholen Sie die Untersuchung unter Standardbedingungen, stellen Sie sie Taillenumfang, Blutdruck, Blutfetten, Glukose und HbA1c gegenüber und fragen Sie bei Zweifeln Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach einem OGTT. Am besten belegt sind Lebensstilinterventionen (Gewichtsreduktion bei Übergewicht, körperliche Aktivität, Schlaf, Ernährung). Beginnen Sie nicht eigenmächtig Metformin oder Supplemente ohne ärztliche Beratung.

Quellen (8)

Die Quellen sind nummeriert. PubMed-Einträge werden automatisch geprüft (Kennung, Titel, Jahr).

  1. 1Gayoso-Diz et al. 2013 — BMC Endocrine Disorders (EPIRCE)PubMed
  2. 2Matthews et al. 1985 — DiabetologiaPubMed
  3. 3Wallace et al. 2004 — Diabetes CarePubMed
  4. 4Tahapary et al. 2022 — Diabetes & Metabolic SyndromePubMed
  5. 5Marcovina et al. 2007 — Clinical ChemistryPubMed
  6. 6Otten et al. 2014 — DiabetologiaPubMed
  7. 7González-González et al. 2022 — High Blood Pressure & Cardiovascular PreventionPubMed
  8. 8Tabák et al. 2012 — The LancetPubMed
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