Flavonoide (Diosmin) und chronische venöse Insuffizienz — was zeigt die Metaanalyse?
Das Gefühl schwerer, geschwollener Beine am Ende des Tages, nächtliche Wadenkrämpfe, manchmal sichtbare Krampfadern — die chronische venöse Insuffizienz betrifft einen enormen Teil der erwachsenen Bevölkerung, besonders Menschen mit stehender oder sitzender Tätigkeit. Eine große Metaanalyse aus 7 randomisierten Studien mit fast 1.700 Patienten untersuchte, wie diese Symptome auf eine mikronisierte gereinigte Flavonoidfraktion (MPFF, Diosmin) ansprechen — und fand eine der niedrigsten NNT-Werte, die man in der Supplementforschung finden kann.
PZdr Piotr Zieliński26. August 202611 Min. Lesezeit
Schwere Beine am Ende des Tages sind nicht nur Müdigkeit
Die chronische venöse Insuffizienz (CVI) ist eine der häufigsten und gleichzeitig am meisten unterschätzten Kreislauferkrankungen bei Erwachsenen. Ihr liegt eine Funktionsstörung der Venenklappen in den Beinvenen zugrunde — Klappen, die unter normalen Bedingungen das Blut entgegen der Schwerkraft zurück zum Herzen leiten, verlieren mit der Zeit ihre Dichtigkeit. Blut beginnt sich in den Beinvenen zu stauen, der Druck in den Gefäßen steigt, und daraus entsteht ein charakteristisches Beschwerdebild: ein Gefühl von Schwere und Spannung in den Waden, Schwellungen um die Knöchel, die besonders abends auftreten, nächtliche Krämpfe und, in fortgeschritteneren Fällen, sichtbare Krampfadern und Hautverfärbungen.
Das Problem verschärft sich mit dem Alter, betrifft aber auch einen erheblichen Teil jüngerer und mittelalter Menschen — besonders jene, deren Beruf stundenlanges Stehen erfordert (Friseure, Pflegekräfte, Verkaufspersonal) oder Sitzen (Büroarbeit, lange Reisen), sowie schwangere Frauen, bei denen hormonelle Veränderungen und der zunehmende Druck im Bauchraum das venöse System der Beine zusätzlich belasten. Übergewicht und familiäre Veranlagung erhöhen ebenfalls das Risiko. Das Ausmaß des Phänomens ist so groß, dass in vielen europäischen Ländern ein erheblicher Teil der erwachsenen Bevölkerung Symptome einer Veneninsuffizienz in unterschiedlicher Ausprägung angibt — was dieses Thema deutlich verbreiteter macht, als es die relative Seltenheit von Gesprächen darüber vermuten lässt.
Dieser Artikel konzentriert sich auf eine konkrete Gruppe von Supplementen — Flavonoide, genauer eine mikronisierte gereinigte Flavonoidfraktion (MPFF) auf Basis von hauptsächlich Diosmin — und darauf, was eine große, gut konzipierte Metaanalyse randomisierter Studien über ihre Wirksamkeit sagt. Das ist ein eigenes Thema, getrennt von Flavonoiden bei Hämorrhoiden, auch wenn beide Anwendungen auf einem ähnlichen, allgemeinen Wirkmechanismus der Flavonoide auf venöse Gefäße beruhen — mehr zu jener anderen Anwendung und jener anderen Studie schreiben wir in einem separaten Artikel.
Was MPFF-Flavonoide sind und ihr vorgeschlagener Wirkmechanismus
MPFF (micronized purified flavonoid fraction) ist eine standardisierte Mischung von Citrus-Flavonoiden, zu etwa 90% aus Diosmin bestehend, mit einem geringen Anteil an Hesperidin und verwandten Flavonoiden. Die Mikronisierung — die Zerkleinerung der Moleküle auf sehr kleine Größen — soll die Bioverfügbarkeit des Wirkstoffs im Vergleich zu den früher verwendeten, nicht mikronisierten Diosmin-Formen erhöhen. Präparate dieser Art sind seit Jahrzehnten in vielen europäischen Ländern zur Behandlung der Symptome chronischer venöser Insuffizienz zugelassen und im Einsatz.
Der vorgeschlagene Wirkmechanismus — in der Literatur als plausibel behandelt, wenn auch nicht in jedem Detail auf molekularer Ebene beim Menschen abschließend bestätigt — umfasst mehrere miteinander verbundene Wege: eine Verbesserung des Venenwandtonus, was das Dehnen und Stauen von Blut in den Venen begrenzt; eine Verringerung der Kapillarpermeabilität, was das Austreten von Flüssigkeit ins Gewebe und damit Ödeme begrenzt; sowie eine entzündungshemmende Wirkung, die die Adhäsion und Aktivierung von Leukozyten in der venösen Mikrozirkulation einschränkt, was als bedeutender Bestandteil des Pathomechanismus der chronischen Entzündung gilt, die die Veneninsuffizienz begleitet.
Ein plausibler Mechanismus, aber nicht der einzige Faktor
Es lohnt sich zu bedenken, dass ein Mechanismus erklärt, warum ein Effekt biologisch plausibel ist, aber allein noch keine klinische Wirksamkeit beweist. Darüber geben erst gut konzipierte Studien am Menschen Auskunft — zu denen wir im nächsten Abschnitt kommen.
Eine Metaanalyse von 7 randomisierten Studien — was genau untersucht wurde
Die stärkste verfügbare Evidenz zur Wirksamkeit von MPFF bei chronischer venöser Insuffizienz ist ein systematischer Review mit Metaanalyse, veröffentlicht 2018 in International Angiology, der ausschließlich randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien umfasst — der methodisch stärkste verfügbare Evidenztyp für diese Art von Intervention.
Efficacy of micronized purified flavonoid fraction (Daflon®) on improving individual symptoms, signs and quality of life in patients with chronic venous disease: a systematic review and meta-analysis of randomized double-blind placebo-controlled trials
Starke Evidenz
Kakkos SK, Nicolaides AN · International Angiology · 2018
Die Metaanalyse umfasste 7 randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien mit insgesamt 1.692 Patienten mit chronischer venöser Insuffizienz. Die Evidenzqualität wurde nach dem GRADE-System als hoch eingestuft, und die Heterogenität zwischen den Studien wurde als minimal beschrieben, was die Zuverlässigkeit der zusammengefassten Ergebnisse erhöht. MPFF verbesserte signifikant die Beinschwere (relatives Risiko, RR, 0,35; p<0,00001; Anzahl der zu behandelnden Patienten, um bei einem eine Verbesserung zu erzielen, NNT=2,0; standardisierte Mittelwertdifferenz, SMD, -0,80), den Knöchelumfang als objektives Maß für Ödeme (SMD -0,59), Wadenkrämpfe (RR 0,51; p=0,02; NNT=4,8; SMD -0,46, 95%-KI -0,78 bis -0,14) sowie die Lebensqualität (SMD -0,21, 95%-KI -0,37 bis -0,04). Die Autoren schlussfolgerten, dass MPFF auf Basis hochwertiger Evidenz hochwirksam bei der Verbesserung von Beinsymptomen, Ödemen und Lebensqualität bei Patienten mit chronischer Venenerkrankung ist.
Wirkung von MPFF im Vergleich zu Placebo — aufgeschlüsselt nach Symptom
Bemerkenswert ist die Bandbreite der Effektgröße zwischen den einzelnen Symptomen. Die Beinschwere verbesserte sich am stärksten und konsistentesten von allen bewerteten Parametern — ein SMD von -0,80 gilt nach klassischer Konvention zur Interpretation dieses Maßes als großer Effekt. Ödeme, gemessen am Knöchelumfang (SMD -0,59), und Krämpfe (SMD -0,46) lagen im moderaten Bereich. Die Lebensqualität verbesserte sich von allen vier Parametern am wenigsten (SMD -0,21) — was typisch für subjektive, mehrdimensionale Lebensqualitätsfragebögen ist, die schwerer zu beeinflussen sind als ein einzelnes, konkretes Symptom.
Warum NNT=2,0 eine Zahl ist, die Aufmerksamkeit verdient
NNT=2,0 in der Praxis
Starke Evidenz
Number needed to treat (NNT) ist die Anzahl der Patienten, die mit einer bestimmten Intervention behandelt werden müssen, damit bei einem von ihnen ein definierter Effekt (hier: eine Verbesserung der Beinschwere) über das hinausgeht, was Placebo allein bewirken würde. NNT=2,0 bedeutet, dass durchschnittlich bei zwei behandelten Patienten einer eine reale Verbesserung allein durch MPFF erfährt, die er unter reinem Placebo nicht gehabt hätte. Zum Vergleich: In der Pharmakotherapie liegen viele weithin eingesetzte und als wirksam anerkannte Medikamente bei einer NNT im Bereich von etwa zehn bis mehreren Dutzend — eine NNT unter 5 gilt bereits als starker, klinisch leicht spürbarer Effekt, und NNT=2,0 gehört zu den seltenen, sehr niedrigen Werten in der symptomatischen Medizin.
Ein niedriger NNT-Wert hat auch praktische Bedeutung für den Patienten selbst: Man muss der Statistik nicht blind vertrauen, um den Effekt zu bemerken, denn bei einer so niedrigen NNT spürt ein erheblicher Teil der Anwender tatsächlich einen Unterschied, statt nur ein kleines, in einer großen Gruppe gemitteltes Ergebnis, das ein einzelner Patient subjektiv gar nicht registrieren würde. Das unterscheidet dieses Ergebnis von vielen anderen Supplementen, bei denen der Effekt statistisch signifikant, aber so klein ist, dass er im Alltag einer einzelnen Person oft schwer wahrnehmbar bleibt.
Mythos vs. Fakt: "Heilen" Flavonoide Krampfadern?
Mythos
Die Supplementierung mit Flavonoiden (MPFF, Diosmin) entfernt Krampfadern und stellt die normale Funktion der Venenklappen wieder her, ist also eine echte Alternative zur operativen Behandlung.
Fakt
Die in diesem Artikel besprochene Metaanalyse betrifft die Verbesserung von Symptomen — Beinschwere, Ödeme, Krämpfe und Lebensqualität —, nicht die Umkehrung der zugrunde liegenden Venenklappen-Dysfunktion oder die Entfernung bereits bestehender Krampfadern. MPFF wirkt symptomatisch und unterstützend auf der Ebene der Mikrozirkulation und der Gefäßwand, während undichte Klappen oder sichtbare, erweiterte oberflächliche Venen gegebenenfalls eine Beurteilung und möglicherweise eine operative Behandlung (z.B. Sklerotherapie oder endovenöse Verfahren) durch einen Phlebologen oder Gefäßchirurgen erfordern.
Was diese Metaanalyse nicht zeigt — Einschränkungen
Symptomlinderung, keine Behandlung der Ursache
Selbst sehr starke Ergebnisse dieser Metaanalyse betreffen die Linderung der Symptome der chronischen venösen Insuffizienz, nicht die Behandlung ihrer Ursache — die Klappendysfunktion bleibt unabhängig von den eingenommenen Flavonoiden unverändert bestehen. Bei Personen mit fortgeschrittener Erkrankung, sichtbaren, großen Krampfadern, Hautverfärbungen oder venösen Geschwüren ersetzt die alleinige Supplementierung nicht die phlebologische Konsultation oder, falls indiziert, eine operative Behandlung. Die in die Metaanalyse eingeschlossenen Studien umfassten zudem überwiegend Patienten mit leichter bis mittelschwerer Symptomausprägung (klinische Klassen C0-C4 nach der CEAP-Klassifikation) — die Ergebnisse lassen sich nicht zwangsläufig direkt auf die schwersten Krankheitsformen mit Geschwüren (Klassen C5-C6) übertragen. Zudem untersuchte die Metaanalyse konkret das MPFF-Präparat (Daflon) und nicht Flavonoide im Allgemeinen — nicht jedes auf dem Markt erhältliche Flavonoid-Supplement weist dieselbe Standardisierung, Dosierung oder dokumentierte Bioverfügbarkeit auf, weshalb eine direkte Übertragung der Ergebnisse auf ein beliebiges anderes Produkt mit Diosmin oder Hesperidin nicht gerechtfertigt ist.
Es lohnt sich auch zu erwähnen, dass die Metaanalyse selbst das langfristige Sicherheitsprofil nicht im Detail beschreibt und MPFF nicht direkt mit anderen symptomatischen Behandlungsmethoden (z.B. Kompressionstherapie) vergleicht — sie liefert einen Beleg für die Überlegenheit gegenüber Placebo, aber keine Rangliste aller verfügbaren Therapieoptionen zueinander.
Was sonst hilft — und wann zum Arzt
Allgemeine, gut bekannte unterstützende Maßnahmen bei Symptomen der Veneninsuffizienz
Hochlagern der Beine über Herzniveau mehrmals täglich sowie über Nacht — eine weit verbreitet empfohlene, einfache Maßnahme, die den venösen Abfluss unterstützt
Kompressionsstrümpfe oder -kniestrümpfe mit einem der Symptomstärke entsprechend gewählten Kompressionsgrad — eine der grundlegenden, gut etablierten nichtmedikamentösen Methoden
Regelmäßige Bewegung und Vermeidung von langem, ununterbrochenem Stehen oder Sitzen — die Wadenmuskelarbeit unterstützt die Venenpumpe, die das Blut zurück zum Herzen befördert
Halten eines gesunden Körpergewichts, da Übergewicht die Belastung des venösen Systems der Beine erhöht
Vermeiden direkter Wärmequellen an den Beinen (heiße Bäder, Sauna) bei verstärkten Symptomen, da Wärme die Gefäße erweitert und das Schweregefühl verstärken kann
Wann Symptome eine dringende ärztliche Abklärung erfordern
Neue Hautveränderungen um die Knöchel (Verfärbungen, Verhärtungen, Ekzeme), Hautgeschwüre, ein plötzliches, deutliches und einseitiges Anschwellen eines Beins (das auf eine tiefe Venenthrombose hindeuten kann, einen Zustand, der eine dringende Diagnostik erfordert), starke Schmerzen oder Rötung entlang des Verlaufs einer Vene — keines dieser Symptome sollte ausschließlich mit Supplementierung behandelt werden, alle erfordern eine möglichst rasche ärztliche Beurteilung.
Zusammenfassung
Frage
Kurze Antwort
Lindert MPFF die Symptome der Veneninsuffizienz?
Ja — eine Metaanalyse von 7 RCTs (1.692 Patienten) zeigt eine signifikante Verbesserung von Beinschwere, Ödem, Krämpfen und Lebensqualität
Wie stark ist der Effekt auf die Beinschwere?
Sehr stark für eine symptomatische Supplementierung — NNT=2,0, SMD -0,80
Ist das ein Mittel gegen Krampfadern oder geschädigte Klappen?
Nein — es handelt sich um eine symptomatische Wirkung, die die Klappendysfunktion nicht umkehrt und bestehende Krampfadern nicht entfernt
Gelten die Ergebnisse für jedes Diosmin-Supplement?
Nicht direkt — die Studien betrafen ein konkretes, standardisiertes MPFF-Präparat, nicht Flavonoide im Allgemeinen
Wann ist ein Arztbesuch nötig statt nur ein Supplement?
Bei Hautveränderungen, Geschwüren, plötzlicher einseitiger Beinschwellung oder starken Schmerzen entlang einer Vene
Flavonoide (MPFF) und chronische venöse Insuffizienz im Überblick
Unsere redaktionelle Empfehlung
Selten trifft man auf ein Supplement-Thema mit einer derart konsistenten Evidenzlage: sieben randomisierte Studien, fast 1.700 Patienten, minimale Heterogenität der Ergebnisse und ein Effekt auf ein Schlüsselsymptom — die Beinschwere —, der in der symptomatischen Medizin selten erreicht wird (NNT=2,0). Das ist Grund genug, MPFF als eine echte, gut dokumentierte unterstützende Option für Menschen mit leichter bis mittelschwerer chronischer venöser Insuffizienz zu betrachten — neben, nicht anstelle, gut bekannter nichtmedikamentöser Methoden und regelmäßiger phlebologischer Kontrolle, wo diese angezeigt ist.
Nur wenige Metaanalysen in der Supplementforschung liefern eine so niedrige NNT wie diese für die Beinschwere. Das ist kein Grund, die zugrunde liegende Klappendysfunktion zu ignorieren — es ist ein Grund, Flavonoide als sinnvolle, gut untersuchte symptomatische Unterstützung zu betrachten, bis Anzeichen auftreten, die eine gefäßmedizinische Abklärung erfordern.
Dr. Piotr Zieliński, VitMode-Redaktion
Häufig gestellte Fragen
Es handelt sich um eine andere Erkrankung und eine andere Quellstudie. Dieser Artikel behandelt die chronische venöse Insuffizienz der Beine (Beinschwere, Ödem, Krämpfe) auf Basis der Metaanalyse von Kakkos und Nicolaides (2018, International Angiology). Hämorrhoiden sind eine eigenständige venöse Erkrankung der Venengeflechte des Mastdarms, die in einem anderen Artikel auf Basis einer anderen Studie behandelt wird — beide Themen verbindet lediglich der allgemeine, plausible Wirkmechanismus der Flavonoide auf venöse Gefäße.
Die Metaanalyse fasste Studien unterschiedlicher Dauer zusammen, üblicherweise von einigen Wochen bis mehreren Monaten, und nennt keine einzige universelle Zeitspanne bis zum Wirkeintritt. In der klinischen Praxis wird eine symptomatische Verbesserung meist im Zeitraum von Wochen regelmäßiger Anwendung beschrieben, nicht nach einer einzelnen Dosis — es lohnt sich, den Effekt nach einem längeren Zeitraum kontinuierlicher Anwendung gemäß der Packungsbeilage des jeweiligen Präparats zu bewerten.
Dafür gibt es aus der besprochenen Metaanalyse keine Belege — die Studien verglichen MPFF mit Placebo, nicht mit Kompressionstherapie, und bewerteten auch nicht die Kombination beider Methoden. Kompressionsstrümpfe bleiben eine der grundlegenden, gut etablierten nichtmedikamentösen Methoden, und es gibt keinen Grund, auf sie zugunsten der alleinigen Supplementierung zu verzichten.
Die in die Metaanalyse eingeschlossenen Studien betrafen konkret die standardisierte, mikronisierte Flavonoidfraktion (MPFF), die unter anderem unter dem Namen Daflon vertrieben wird. Andere Präparate mit Diosmin oder Hesperidin können sich in Dosierung, Grad der Mikronisierung und Bioverfügbarkeit unterscheiden, sodass man nicht automatisch von einem identischen Effekt für jedes Produkt auf dem Markt mit denselben Wirkstoffen ausgehen kann.
Die besprochenen Studien umfassten Patienten mit unterschiedlichem, überwiegend jedoch leichtem bis mittelschwerem Ausprägungsgrad der Venenerkrankung und bewerteten eine Verbesserung der Symptome, nicht eine Verkleinerung oder Entfernung der Krampfadern selbst. Bei sichtbaren, größeren Krampfadern ist eine phlebologische Untersuchung sinnvoll, unabhängig von einer Entscheidung über eine etwaige symptomatische Supplementierung.
Die besprochene Metaanalyse konzentrierte sich auf die symptomatische Wirksamkeit, nicht auf eine detaillierte Analyse der Langzeitsicherheit, obwohl MPFF auf jahrzehntelange klinische Anwendung in vielen Ländern zurückblickt. Wie bei jeder langfristigen Supplementierung lohnt es sich, die Entscheidung und etwaige Bedenken mit einem Arzt zu besprechen, insbesondere bei bestehenden Begleiterkrankungen oder der Einnahme anderer Medikamente.
Neue Hautveränderungen um die Knöchel, Geschwüre, ein plötzliches und deutliches einseitiges Anschwellen eines Beins (möglicher Hinweis auf eine tiefe Venenthrombose) sowie starke Schmerzen oder Rötungen entlang des Verlaufs einer Vene sind Situationen, die eine möglichst rasche ärztliche Beurteilung erfordern, statt einer eigenständigen Behandlung mit Supplementierung.