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Welches Kollagen sollten Sie wählen? Typ I, II und III — was die Forschung wirklich sagt

Kollagen gehört zu den meistgekauften Nahrungsergänzungsmitteln in Polen, doch nur wenige wissen, dass 'Kollagen' keine einzelne Substanz ist — es ist eine Familie von Proteinen mit unterschiedlichen Einsatzgebieten. Wir erklären den Unterschied und helfen bei der Wahl des richtigen Typs.

AKdr Anna Kowalczyk18 sierpnia 202610 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis

Kollagen ist keine einzelne Substanz — es ist eine Proteinfamilie

Im menschlichen Körper wurden mehr als ein Dutzend Kollagentypen identifiziert, doch im Kontext der Nahrungsergänzung sind vor allem drei relevant: Typ I (Haut, Knochen, Sehnen), Typ II (Gelenkknorpel) und Typ III (Haut, Blutgefäße, oft gemeinsam mit Typ I vorkommend). Welchen Typ — oder welche Mischung aus Typen — ein bestimmtes Präparat enthält, hat unmittelbaren Einfluss darauf, was man realistisch davon erwarten kann. Die Etiketten vieler populärer Präparate machen diese Information jedoch bewusst nicht leicht zugänglich und beschränken sich auf das allgemeine Wort 'Kollagen'.

Im Folgenden besprechen wir jeden der drei Typen einzeln — denn obwohl alle drei chemisch gesehen Kollagen sind, unterscheiden sie sich in ihrem praktischen Einsatz so stark voneinander wie drei völlig verschiedene Präparate mit unterschiedlichem Verwendungszweck.

Hydrolyzed Collagen—Sources and Applications

Mäßige Evidenz

León-López A, Morales-Peñaloza A, Martínez-Juárez VM, et al. · Molecules · 2019

Ein Überblick über Quellen und Anwendungen von hydrolysiertem Kollagen, der die strukturellen Unterschiede zwischen den wichtigsten in Nahrungsergänzungsmitteln verwendeten Kollagentypen erklärt.

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Tabelle: welcher Kollagentyp wofür

KollagentypHauptquelleAm besten geeignet für
Typ IHaut und Knochen von Fisch oder RindHaut, Nägel, Haare, Knochen
Typ IIKnorpel (meist vom Huhn)Gelenke, Gelenkknorpel
Typ IIIRinderhaut (tritt gemeinsam mit Typ I auf)Hautelastizität, Blutgefäße

Kollagentypen in Nahrungsergänzungsmitteln und ihre Anwendung

Typ I und III: was die Forschung zur Haut zeigt

Der am besten dokumentierte Effekt einer oralen Kollagensupplementierung (vor allem Typ I und III, meist in einem Präparat kombiniert) ist eine verbesserte Hautfeuchtigkeit und -elastizität bei regelmäßiger Einnahme über mehrere Monate — ein bescheidener, aber reproduzierbarer Effekt, der in mehreren unabhängigen placebokontrollierten Studien gezeigt wurde. Typ I ist zugleich das im menschlichen Körper am häufigsten vorkommende Kollagen (bis zu 90 % des gesamten Kollagens), das nicht nur in der Haut, sondern auch in Knochen und Sehnen vorhanden ist — das erklärt, warum Präparate 'für Haut, Haare und Nägel' fast immer auf ihm basieren.

A Collagen Supplement Improves Skin Hydration, Elasticity, Roughness, and Density

Mäßige Evidenz

Bolke L, Schlippe G, Gerß J, Voss W · Nutrients · 2019

Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie, die nach 12 Wochen oraler Kollagensupplementierung eine verbesserte Hautfeuchtigkeit, Elastizität und Dichte zeigte.

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Typ II: eine ganz andere Geschichte — Knorpel und Gelenke

Kollagen Typ II unterscheidet sich von Typ I und III nicht nur in der Quelle (meist Hühnerknorpel statt Fisch- oder Rinderhaut), sondern auch im untersuchten Wirkmechanismus — statt die Hautfeuchtigkeit zu beeinflussen, soll es Baumaterial für den Gelenkknorpel liefern und kann in nicht denaturierter Form die Immunantwort des Körpers auf das eigene Knorpelgewebe modulieren. Das bedeutet, dass ein für die Haut gedachtes Typ-I/III-Präparat, das 'für die Gelenke' gekauft wird, schlicht am Ziel vorbeigehen kann, egal wie gut es für die Haut wirkt.

24-Week study on the use of collagen hydrolysate as a dietary supplement in athletes with activity-related joint pain

Mäßige Evidenz

Clark KL, Sebastianelli W, Flechsenhar KR, et al. · Current Medical Research and Opinion · 2008

Eine 24-wöchige Studie an Sportlern mit belastungsbedingten Gelenkschmerzen, die nach regelmäßiger Supplementierung mit Kollagenhydrolysat eine Verbesserung des Gelenkkomforts zeigte.

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Mythos vs. Fakt: wirkt Kollagen in einer Creme genauso wie oral eingenommenes

Mythos

Auf die Haut aufgetragenes Kollagen in einer Creme dringt in sie ein und wirkt genauso wie ein orales Präparat.

Fakt

Kollagenmoleküle sind zu groß, um die Barriere der Oberhaut zu durchdringen — Kollagencremes wirken hauptsächlich oberflächlich als Feuchtigkeitsspender, während die orale Supplementierung Aminosäuren als Bausteine liefert, die über den Verdauungstrakt aufgenommen werden — ein völlig anderer Mechanismus.

Checkliste: wie man das Etikett eines Kollagenpräparats liest

Worauf man beim Kauf achten sollte

  • Prüfen, ob ein konkreter Kollagentyp (I, II oder III) angegeben ist, nicht nur allgemein 'Kollagen'
  • Nach der hydrolysierten Form (Kollagenpeptide) suchen — besser resorbierbar als nicht hydrolysiertes Kollagen
  • Die in Studien typischerweise wirksame Dosis liegt bei 2,5–15 g täglich, abhängig vom Ziel
  • Bei Gelenken: sicherstellen, dass es sich konkret um Kollagen Typ II handelt, nicht um eine für die Haut gedachte Typ-I/III-Mischung

Unsere redaktionelle Empfehlung

Wenn das Ziel die Haut ist — suchen Sie nach Kollagen Typ I oder einer Typ-I/III-Mischung, hydrolysiert, regelmäßig mindestens 8–12 Wochen angewendet. Wenn das Ziel die Gelenke sind — Kollagen Typ II, meist in einer anderen, niedrigeren Dosis als bei Hautpräparaten. Erwartungen zu vermischen (Kollagen 'für alles') ist der häufigste Fehler bei der Wahl.

Die Frage 'wirkt Kollagen' ist falsch gestellt — man muss fragen 'welcher Kollagentyp, in welcher Dosis, wofür konkret', denn das sind drei verschiedene Fragen mit drei verschiedenen Antworten.

Dr. Anna Kowalczyk, VitMode-Redaktion

Häufig gestellte Fragen

In Hautstudien waren Effekte meist nach 8–12 Wochen regelmäßiger Anwendung sichtbar — Kollagen wirkt nicht sofort und erfordert Geduld.

Nicht im wörtlichen Sinne — Kollagen ist ein tierisches Protein, aber es gibt Präparate mit Vorstufen (Vitamin C, Aminosäuren, Silizium), die die körpereigene Kollagenproduktion unterstützen und als 'vegane' Alternative verkauft werden.

Ja — Vitamin C ist ein essenzieller Kofaktor bei der körpereigenen Kollagensynthese, weshalb viele Präparate beide Inhaltsstoffe kombinieren, was biochemisch gut begründet ist.

Quellen

AK

dr Anna Kowalczyk

PhD Molekularbiologie (Universität Warschau), 8 Jahre Forschung zur zellulären Alterung

Anna leitet den redaktionellen Prozess und die wissenschaftliche Prüfung aller Beiträge in der Wissensdatenbank. Zuvor forschte sie zu Autophagie und Mitochondrienbiologie.

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Kommentare (2)

  • KW

    Kasia W. vor 2 Wochen

    Sehr übersichtlich beschrieben, besonders der Abschnitt zu den Wechselwirkungen — das hatte ich so an keiner anderen Stelle gesehen.

  • MT

    Marek T. vor einem Monat

    Plant ihr ein Update mit der neuesten Studie aus diesem Jahr? Ich habe eine interessante Metaanalyse gesehen.