Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist eine neurologische Störung, die Patienten auf sehr charakteristische, wiederkehrende Weise beschreiben: ein unangenehmes, schwer präzise zu benennendes Gefühl in den Beinen — Kribbeln, Ziehen, "Kriechen", manchmal geradezu Schmerz — verbunden mit einem fast zwanghaften Bedürfnis, die Beine zu bewegen. Das entscheidende klinische Merkmal, das RLS von gewöhnlicher Muskelermüdung unterscheidet, ist ein deutliches zeitliches Muster: Die Symptome verstärken sich in Ruhe, besonders abends und nachts, und bessern sich zumindest teilweise durch Bewegung. Genau diese Abhängigkeit von Tageszeit und Bewegungslosigkeit sorgt dafür, dass RLS genau dort zuschlägt, wo es am meisten schadet — im Moment des Einschlafens.
Für viele Menschen mit RLS wird der Abend zu einem sich wiederholenden Ritual: ins Bett gehen, zunehmendes Unbehagen in den Beinen, Aufstehen und Umhergehen, kurzzeitige Erleichterung, erneuter Einschlafversuch und die Wiederholung desselben Zyklus, manchmal über eine Stunde oder länger. Das Ergebnis sind verlängertes Einschlafen, häufiges Erwachen und chronischer Schlafmangel, der sich mit der Zeit in Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und verschlechterter Stimmung niederschlägt — und da der Mechanismus der Störung selbst in Standarduntersuchungen oft unsichtbar bleibt, hören viele Patienten jahrelang, es handle sich um "Stress" oder "unruhigen Schlaf", bevor überhaupt jemand direkt nach Symptomen fragt, die zu RLS passen.
RLS ist zugleich eine in der Allgemeinbevölkerung relativ häufige Störung, deren Ausprägung sehr unterschiedlich ausfallen kann — von leichtem, gelegentlichem Unbehagen bis zu einer Form, die einen normalen, ununterbrochenen Schlaf an vielen Nächten der Woche praktisch unmöglich macht. Gerade diese Variabilität der Ausprägung und die häufige Verwechslung der Symptome mit anderen Ursachen von Schlaflosigkeit machen das Thema der RLS-Behandlung — einschließlich der Rolle von Eisen — zu einem Thema, das eine eigene, sorgfältige Betrachtung verdient, statt es pauschal in den Topf "Schlafprobleme" zu werfen.